Der Blick vom Kirchturm
Nr. 1 März 2005

Wir wünschen allen Lesern
ein frohes Osterfest

Ostereier

"So steht es geschrieben, dass Christus leiden wird und auferstehen von den Toten am dritten Tag; und dass gepredigt wird in seinem Namen Buße zur Vergebung der Sünden unter allen Völkern.

(Lukas 24,46f.)


Liebe Scheerstaaner,
liebe Mitglieder unserer Christophorusgemeinde,

mit dunklem Schrecken hat das Jahr 2005 angefangen. Die riesige Flutwelle, die weite Teile Südasiens überflutete, hat tausendfachen Tod und Zerstörung gebracht. Weggespült wurde auch die komfortable Illusion, wir Menschen hätten unser persönliches Leben ebenso in unserer Hand wie die Kräfte der Natur. Jedem liegt es vor Augen: wir sind und bleiben kleine, verletzliche und sterbliche Geschöpfe, sind und bleiben in allem angewiesen auf Gott, den Schöpfer und Erlöser der Welt.

"Ist eben Schicksal, ein zufälliges Unglücksereignis", sagen die, die ohnehin längst mit Gott Schluss gemacht haben. Immerhin. tapfer, der Sinnlosigkeit der Welt und des eigenen Daseins so offen ins Angesicht zu blicken. Aber doch auch unbefriedigend und traurig.

"Wie kann Gott das zulassen?", so fragen die vielen Menschen, die an Gott und am Glauben festhalten. Und der Monatsspruch zum Osterfest gibt Antwort: nicht, indem er den Grund aller Unglücke und Katastrophen nennt, nicht, indem er erklärt, warum die Menschen so fehlerhafte und wankelmütige Geschöpfe sind: hier bleiben wir Christen mit allen anderen Fragende, die auf Gottes letzte Antwort warten. Was aber klar gesagt wird ist: dass der allmächtige Schöpfer dieser Welt nicht ein ferner Lenker des Geschehens blieb, sondern dass er im Gegenteil ganz tief hineinging in die Irrungen und Wirrungen seiner Welt und Anteil nahm an den größten Freuden und der tiefsten Verzweiflung der Menschenkinder. Auch mit und für die Flutopfern ist Christus gestorben, auf dass sie einst mit der ganzen Schöpfung ihm auf dem Weg ins Leben folgen. Wo der Tod so übermächtig wütet, da wird am Ende doch der auferstandene Gottessohn geheimnisvoll als Sieger hervorgehen: Das wütende und verschlingende Meer aber, so die Vision der Bibel, wird ein Meer aus Glas sein in der heiligen Stadt, auf dem die Heiligen stehen und die Kinder fröhlich spielen können. Wenden wir uns mit dem österlichen Sieger dem Leben zu!

"...Tausende zerstampft der Krieg, eine Welt vergeht, doch des Lebens Blütensieg leicht im Winde weht. Freunde, dass der Mandelzweig sich in Blüten wiegt, ist das nicht ein Fingerzeig, dass das Leben siegt."               (Schalom Ben Chorin)

Mit herzlichen Grüßen zum Fest der Auferstehung Christi
Ihr Pfarrer Jörg Mohn

4. März 2005

Weltgebetstag der Frauen

"Lasst uns Licht sein" heißt das Motto des Weltgebetstages 2005."

Von Panama nach Polen. Der Weltgebetstag wird seit über 100 Jahren auf der ganzen Welt gefeiert, und für 2005 kommt er uns ganz nah: aus unserem Nachbarland Polen. Die einst so schwierige, geschichtsträchtige und auch schmerzliche Oder-Neiße-Grenze können wir nun ohne große Formalitäten wechselseitig überschreiten und uns fröhlich zuwinken mit der neuen Liturgie in Händen: "Lasst uns Licht sein."

Das Motto fußt auf Jesu Zuspruch aus der Bergpredigt: Ihr seid das Licht der Welt. Und im Epheserbrief den die Verfasserinnen der Gottesdienstordnung ebenfalls zitieren, heißt es in etwa:
Werdet, was ihr seid, lebt als Kinder des Lichts.

Der Weltgebetstag am 4. März kann mit seinem Motto "Lasst uns Licht sein" den Mut und die Kraft geben, dass sich deutsche und polnische Christinnen und Christen einander ihre bitteren Geschichten eingestehen, erzählen und vergeben können - im Licht der Botschaft Jesu.

Renate Kirsch
Am Freitag, dem 4. März, findet um 19.00 Uhr ein ökumenischer Gottesdienst zum Weltgebetstag der Frauen in der Christophoruskirche statt. Sie sind alle herzlich eingeladen.

Notenstrauß OSTERNACHT
in der Christophoruskirche
Samstag, 26. März, 23.00 Uhr

Die Feier wird wieder vor der Kirche am Osterfeuer beginnen, wo alle Besucher Osterkerzen verteilt werden. Dann wird die neue Osterkerze entzündet und im feierlichen Einzug in die dunkle Kirche hineingetragen. Drinnen singt zunächst der Kantor die feierliche Liturgie der Osterkerze (Osterlob). Während dieser Liturgie werden die Kerzen aller Mitfeiernden an der Osterkerze entzündet. Es folgen Lesungen, Taufen, Lieder und die Orgel stimmt in die österliche Freude mit ein. Anschließend gibt es im Gemeindesaal noch für alle ein kräftiges Osterfrühstück nebst Umtrunk!

Blick März 2004    Blick Juni 2004    Blick Dezember 2004 Startseite Der Blick vom Turm >>>>>>