Nr. 1 März 2006

"Jesus Christus spricht: Wer an den Sohn glaubt, der hat das ewige Leben."

(Joh. 3,36a)

Liebe Scheerstaaner,
liebe Mitglieder unserer Christophorusgemeinde,

"Ein Ruck muss durch unser Volk gehen, Mut und Aufbruchsgeist müssen her, wir müssen wieder an uns glauben."

Mit solchen und ähnlichen Worten versuchen Politiker und Verantwortliche unseres Landes, Zuversicht und Aufbruchsgeist zu verbreiten. Und man sollte die Wirkung solcher aufmunternder Worte nicht unterschätzen. Die Stimmungslage entscheidet oft darüber, ob etwas losgeht oder etwas stagniert in Wirtschaft und Gesellschaft, und da braucht es immer wieder Anstöße und Aufmunterung. Jesus Christus spricht: Wer an den Sohn glaubt, der hat das ewige Leben!

Dieses Wort Jesu aus dem Johannesevangelium ist weit mehr als eine "Aufmunterung". Denn es erinnert uns, dass wir als Christen eigentlich gar nichts anderes sein können als hoffnungslose Optimisten, Leute, die selbst in wirklich schwierigen Lagen noch Hoffnungs- und Freudenlieder singen. So wie der Prophet Jona im Fischbauch: Nachdem er versucht hatte, vor seinem Gott wegzulaufen, war ihm alles zerbrochen: zuletzt das Schiff, auf dem er gerne entkommen wäre. Nun saß er, verschlungen in das finstere Verlies des Walfischbauches, keine Ahnung, wie alles enden sollte. Und doch stimmt er Freuden- und Loblieder an auf seinen Gott - noch nicht ahnend, dass seine Rettung schon beschlossene Sache ist.

So auch wir, die zwar Probleme zu bewältigen haben, aber doch noch lange nicht im Walfischbauch festsitzen! Auch wir wissen, dass unsere Zukunft letztlich nicht in unserer Hand liegt, auch nicht in den Händen unserer Politiker, sondern in Gottes Hand. Wir sind nicht unseres "Glückes Schmied", aber Gott ist es! Denn der hat an jenem Ostermorgen beschlossen, dass unsere Zukunft gut werden wird! All unser Bangen und Mühen geht ja darum, zu leben und gut zu leben. Jesus sagt: "Ihr habt das ewige Leben, wenn ihr nur mir vertraut. Ja, wenn ihr an mich glaubt, dann liegt vor euch nichts als Freude und Leben ohne Ende. Ihr könnt nicht verloren gehen!"

Das zu glauben und zu wissen macht nicht träge und faul, sondern im Gegenteil: es befreit zum Leben. Es kann uns ein Leichtes sein, nun auch unsere Arbeit und Verantwortung fröhlich und selbstbewusst anzupacken und unser Bestes zu geben. Die Zukunft kann uns nicht finster sein, Christus ist auferstanden!
Mit herzlichen Grüßen zum Fest der Auferstehung Christi

Ihr Pfarrer Jörg Mohn

Foto: Frohe Ostern

Die Feier der Osternacht

Am Karsamstag um 23 Uhr rufen keine Glocken zum Gottesdienst. Alles ist still. In der dunklen Christophoruskirche versammelt sich die Gemeinde, um das geheimnisvolle Geschehen dieser Nacht zu feiern.

Die Feier beginnt wieder vor der Kirche am Osterfeuer, wo an alle Besucher Osterkerzen verteilt werden. Dann wird die neue Osterkerze entzündet und beim festlichen Einzug in die dunkle Kirche hineingetragen. Drinnen singt zunächst der Kantor die feierliche Liturgie der Osterkerze. Während dessen werden die Kerzen aller Mitfeiernden an dem Licht der Osterkerze entzündet, bis die Kirche im festlichen Glanz erstrahlt. Es folgen Lesungen und Lieder. Viel Musik wird dem Gottesdienst festliche Gestalt geben und im Verlauf wird auch die Orgel in die österliche Freude mit einstimmen.

Die Feier erreicht ihren Höhepunkt, wenn das große Gloria angestimmt wird. Der Lobgesang bricht hervor, mit Menschen- und Orgelstimmen unter dem Geläut aller Kirchenglocken. Das Osterhalleluja schließt sich an. Die Freude, dass unsere Nacht ein Ende hat, es Leben trotz Angst und Todesnot gibt, kennt keine Grenzen.

Im Anschluß an die Osternachtfeier in der Kirche trifft sich die Gemeinde im Saal des Christophorushauses zu einem kräftigen Osterfrühstück nebst Umtrunk.

Sie sind herzlich eingeladen!

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