Der Blick vom Kirchturm
Nr. 2 Juni 2005

Zum 60. Todestag von Dietrich Bonhoeffer

Liebe Scheerstaaner,
liebe Mitglieder unserer Christophorusgemeinde,

"Von guten Mächten wunderbar geborgen, erwarten wir getrost, was kommen mag, Gott ist mit uns am Abend und am Morgen, und ganz gewiss an jedem neuen Tag.

Ist das nicht ein wunderbares Wort? Wie vielen Menschen hat es schon Mut gemacht, wie viele getröstet in den verschiedensten Lebenslagen, vor allem aber in Angst und schwerer Zeit.Ja, selbst viele, die sich weit von Kirche und Glauben entfernt haben, kennen und lieben dieses wundervolle Gedicht, diese kraftvolle Glaubenspoesie Dietrich Bonhoeffers. Und es ist erstaunlich, unter welch überhaupt nicht dichterischen Umständen diese und andere seiner Worte entstanden!
Zunächst ganz bürgerlich aufgewachsen, hatte er eine gute Bildung erworben und mit großem Eifer Theologie studiert. Eine wissenschaftliche Karriere als Theologieprofessor, eine bedeutende Stellung in der Deutschen Evangelischen Kirche, eine Ehe mit der adligen Maria von Wedemeyer: diese ganze vorgezeichnete, glänzende Biographie setzt Bonhoeffer bewusst aufs Spiel, als er sich 1940 dem Widerstand gegen Hitler anschließt. Am 5. April wird er kurz nach seiner Verlobung verhaftet. Noch ganz kurz vor Kriegsende wird er am 9. April auf Befehl Hitlers im KZ Flossenbürg bei Regensburg erhängt.
Wie kann ein Mensch, der im Konzentrationslager einer völlig ungewissen Zukunft entgegengeht, wie kann einer, der seinen Tod ahnend kommen sieht, solche Worte schreiben, solchen Glauben aufbringen?
Mit vollem Recht hat man Dietrich Bonhoeffer darum als einen Heiligen bezeichnet, weil ihn Gott in der schlimmsten persönlichen Lage mit tiefem Glauben, Vertrauen und unerschütterlicher Zuversicht begnadet hat. Mit seiner unbeugsamen inneren Kraft tröstete er noch die Wärter seines Gefängnisses. Und er hat uns, ähnlich wie Sophie Scholl, ein einzigartiges Beispiel unerschrockenen Mutes, christlicher Konsequenz und Zivilcourage gegeben. Nicht eine Einrichtung zur religiösen Dienstleistung ist ihm Kirche, sondern verbindliche Gemeinschaft unter Gottes Wort, die mit allen Konsequenzen dieses Wort auch zu leben versucht. Diese Lebensverbindlichkeit für Gott, diese Bereitschaft, den Glauben auch erkennbar und mutig zu leben ich denke, sie ist leuchtendes Vorbild auch und gerade für unsere Zeit.

Mit einem herzlichen Gruß
Ihr Pfarrer Jörg Mohn

In die Hölle des Lebens
kommt nur der hohe Adel der Menschheit.
Die Anderen stehen davor und wärmen sich.
(Friedrich Hebbel)

Unsere Konfirmandinnen und Konfirmanden


Alexander Frohn, Rebecca Frohn, Alexandra Hagen, Dana-Dorothee Halm, Marcel Heimann, Victor Henrich, Matthias Lauf, Jessica Leonhard, Kai Manuel Litzius, Sascha Müller, Janina Losonsky, Julia Dyda, Dennis Reimann, Marcus Schipper, Franziska Schott, Tim Wachs, Caroline Wildt, Anja Wolf

"Schon wieder ist ein Jahr vergangen, haben wir nicht eben erst mit dem Konfirmandenprojekt begonnen?" So ähnlich ging es in diesem Jahr vielen Konfirmanden und Konfirmandeneltern. Ein produktives, gefülltes Jahr liegt hinter uns, in dem sich der diesjährige Jahrgang intensiv mit den Grundfragen unseres Glaubens auseinandergesetzt hat. Was heißt das eigentlich, an Gott, den Vater, den Sohn und den Heiligen Geist zu glauben? Wie zeigt sich dieser Gott den Menschen? Was erwartet er von denen, die zu ihm gehören?

In konzentrierten Stunden haben wir hier gegraben und gefunden, und darüber hinaus viele Unternehmungen gemacht und Spaß gehabt. Der Jugendkirchentag am Beginn der Konfirmandenzeit mit Workshops und abschließendem Rockkonzert in den Rhein-Main-Hallen. Besuche im Altenheim, Begegnungen mit den Mitarbeitern unserer Gemeinde, aktive Mithilfe bei Gemeindeveranstaltungen, spannende Filme, die abschließenden Freizeit auf Burg Hohensolms u.a.m. haben unser Programm abwechslungsreich gefüllt. Der Kurs ist dabei sehr gut zusammengewachsen und weitere Zusammenkünfte im Rahmen unserer Jugendarbeit sind anvisiert.

Wir wünschen allen Gottes reichen Segen für Ihren Lebensweg und hoffen auf ein Wiedersehen bei uns!

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