Nr. 2 Juni 2006

"Jesus Christus spricht: Ich bin der Weg und die Wahrheit und das Leben; niemand kommt zum Vater, denn durch mich."

(Joh. 14,6)

Liebe Scheerstaaner,
liebe Mitglieder unserer Christophorusgemeinde,

das Wort aus dem Johannesevangelium stellt Jesus selbst in den Mittelpunkt: er, der Gottessohn ist alles für uns, wenn wir ihn erst kennen gelernt haben, so der Anspruch und die Verheißung dieses Wortes.

Die Wahrheit: in diesem Menschen, in seinem Leben, seinen Taten, in seinem Sterben und seiner Auferstehung erkennen wir Wahrheit. Wer wir als Menschen sein sollen, was Gott von uns fordert, was der Sinn der Welt und unseres Lebens ist. Diese Wahrheit setzt sich nicht durch Indoktrination, nicht durch Religionsgesetze, nicht durch Gewalt und Terror, sondern allein durch Gottes Geist durch, der uns durch Gottes Wort die Augen öffnet.

Das Leben: wenn wir uns dem auferstandenen Christus anvertrauen, bekommen wir durch ihn Zugang zu einem Leben, das auch der Tod nicht zerstören kann. Zum ewigen Leben mit Gott. Er eröffnet uns Eintritt in sein himmlisches Reich, in seinen Festsaal, in dem er uns mit allen Völkern versammeln will.

Das sind große Sachen, vielleicht kommt es uns zu groß, zu fern, zu unerreichbar vor. Was heißt heute schon Wahrheit, wie kann ich an ein ewiges Leben glauben? Wie kann ich überhaupt zu diesem Jesus kommen, ihn verstehen? Weil das sicher vielen so geht, darum stelle ich das erste an den Schluss:

Ich bin der Weg: Gott überfordert uns nicht, er ist geduldig und menschenfreundlich. Wir können zu Jesus und mit Jesus unterwegs sein. Wir können uns ihm annähern, durch Bibel und Gottesdienst und Lebenserfahrung. Durch Menschen, die den Glauben leben, auch hier in unserer Gemeinde. Wir können Stück für Stück und stetig mehr erkennen, wenn wir dran bleiben und nicht im Alltag den Glauben weglegen. Mit dem lebendigen Jesus zu leben, ihn für sich persönlich zu entdecken, mit ihm unterwegs sein, wie z. B. die berühmten und tiefgläubigen Ballakrobaten aus Brasilien zur WM 2006, darauf will das Monatswort uns Lust machen.
Ich auch.

Mit einem herzlichen Gruß

Ihr Pfarrer Jörg Mohn

Foto: Fußballjunge mit Schal, kirchespieltmit.de

Fußballfieber 2006

Die allseits beliebte Lichtgestalt Franz Beckenbauer hat einmal gesagt: „Fußball-WM, das ist wie Ostern und Weihnachten zusammen!“ Recht hat er. Denn so, wie wir als Kinder mit erhöhter Temperatur und hochrotem Kopf auf den Weihnachtsmann gewartet haben, genauso ungeduldig warten wir in Deutschland auf das Spiel der Spiele. Dieser spannendste aller Wettkämpfe – seit Ben Hurs Wagenrennen ohne Seitenaufprallschutz – versetzt nun wieder Milliarden von Zuschauern weltweit in ein unheilbares Fußballfieber.

Wie wird das wohl sein, wenn brasilianische Sambatänzerinnen am Kudamm die erste Currywurst ihres Lebens essen, wenn die Schottenröcke erstmals seit William the Conqueror ihre verwandten Bajuwaren auf dem Münchner Marienplatz besuchen dürfen, und wenn Skandinaviens Vikinger den Hamburger Hafen mit ihren Party-Schiffen stürmen?

Deutschland ist heiß! Heiß auf die größte Party aller Zeiten im eigenen Wohnzimmer. Heiß auf die Friedens-Botschaft, die man im christlichen Abendland 2006 nach Christus den Wettkämpfern zurufen möchte: „Der Ball ist rund, das Spiel dauert 90 Minuten und Gott liebt alle Fußballer!“ So, oder so ähnlich heißt es ja in der Bibel (1. Timotheus 2,4). "Fußball und Gott", geht das überhaupt zusammen?
Wer die favorisierten Brasilianer kennt, der weiß, dass es sogar kaum zu trennen ist! Noch auf dem Spielfeld knieten sich 2002 die frischgebackenen Weltmeister hin, um Hand in Hand das Vaterunser zu beten. Lucio, Edmilson und Kaka liefen in Südkorea mit Jesus-Loves-You-T-Shirt und WM-Pokal sogar eine Ehrenrunde vor Milliarden von Fernseh-Zuschauern.                              (Fortsetzung Seite 5)

Blick September 2005
Blick Dezember 2005    Blick März 2006
Startseite Der Blick - nächste Seite >>>>>>