Der Blick vom Kirchturm
Nr. 3 Dezember 2004
Die Christophorusgemeinde
wünscht Allen
eine besinnliche Adventszeit,
ein gesegnetes Weihnachtsfest
und ein gesundes, friedvolles
Jahr 2005
Nachruf


Die Schiersteiner Christophorusgemeinde trauert um Margot Wehnert

Nach Wochen der Krankheit ist unser treues Gemeindeglied und unsere langjährige Kirchenvorsteherin gestorben. Wir befehlen sie dem auferstandenen Heiland Jesus Christus an, dem sie lange und freudig gedient hat.

Margot Wehnert Einen beträchtlichen Teil ihres Lebens hat sie im ehrenamtlichen Dienst an unserer Gemeinde und ihren Menschen verbracht, hat unzählige Besuche gemacht, geholfen und getröstet. Sie hat Feste und Veranstaltungen vorbereitet und fröhlich mit uns gefeiert, sie hat mit uns Gottes Lob gesungen in den Gottesdiensten, sie war für Ort und Gemeinde da. In ihrem pflichtbewussten Einsatz für die andern, in ihrer frohen Lebensart und in ihrem festen Glauben bleibt sie uns Vorbild und Ansporn.

"Dennoch bleibe ich stets an dir; denn du hältst mich bei meiner rechten Hand, du leitest mich nach deinem Rat und nimmst mich am Ende mit Ehren auf."

(Psalm 73,23f.)


Die Gaben an der Krippe

Viel Zeit haben die Weisen an der Krippe von Bethlehem verschenkt, um ihre wertvollen Gaben überreichen zu können. Ihre Geschenke sind Kostbarkeiten. Einen Abglanz des Lichtes der Sonne geben sie mit dem Gold weiter. Nur der Glanz des göttlichen Lichtes ist strahlender.

Mit dem Duft des Weihrauchs, der ohne Rauch verbrennt, wird sich die Luft reinigen. So entsteht ein neues Parfüm, ein Bereich neuer Lebenszeit für die Musik, die Poesie, die Feier und den Tanz.

Auch Myrrhe ist Geschenk aus Balsam und Strauch, ein kostbares Geschenk. Myrrhe war Bestandteil heilender Salböle. Licht, Feier und Heilsein sind die Gaben an der Krippe.
Erich Franz
"Gepriesen sei der Herr, der Gott Israels, denn er hat sein Volk besucht und ihm Erlösung geschaffen, er hat uns einen starken Retter erweckt!"
(Lukas 1, 68f.)

Ein starker Retter, liebe Scheerstaaner, wäre das nicht was? Wäre das nicht dran in unserer heutigen Lage? Alles scheint auf der Stelle zu stehen in diesen Tagen: die Wirtschaft schwächelt, statt neuer Arbeitsplätze stehen Entlassungen an. Viele Jugendliche finden keinen Ausbildungsplatz. Die Politik scheint keine Konzepte zu haben, stattdessen verstrickt man sich in kleinliche Streitereien. So viele Probleme und so wenige Ideen, sie zu lösen. Müsste da nicht einer kommen, der das Ganze mal in die Hand nimmt und endlich etwas tut? Diese Versuchung ist so alt wie die Menschheit und immer wieder haben sich Menschen als Retter angeboten. Kaiser Augustus zum Beispiel. damals in Rom, oder die Menge der Diktatoren des vorigen Jahrhunderts, Stalin, Hitler. Am Ende aber endete ihre Herrschaft regelmäßig mit einer riesigen Katastrophe.

Wo aber ist dann Rettung, wo ist Hilfe, wo Erlösung aus den Übeln? So kann man schon fragen bei all den Nöten unserer Tage. Und ich möchte antworten: mit Händen ist sie wirklich nicht zu greifen, und dennoch ist die Rettung da. Das nämlich geschah an jenem dunklen Weihnachtsabend vor 2000 Jahren:
"Gott besuchte sein Volk." Das Wunder geschah. Der unendliche Abstand zwischen Gott und Menschen wurde überwunden. Der unüberwindliche Graben zwischen den sterblichen Geschöpfen und dem unsterblichen Schöpfer wurde überbrückt, für immer. Gott wurde als Mensch geboren, er war in Jesus Christus, und er lebt weiter in unsrer Welt, lebt auch in uns. Ein Keim des Göttlichen, ein Keim zur Unsterblichkeit und Glückseligkeit ist in uns allen, seit Weihnachten geschah. ‚‚Gott wurde Mensch, damit wir Menschen göttlich würden", so sagte es der Kirchenvater Irenäus.

Auch dies ist Wunder der Weihnachten: Christus, der Retter, will in uns leben. Und darum sind auch unsre Rettung und unser Retter nicht da außen irgendwo, nein, sie liegen in uns selbst. So wünsche ich uns allen zu diesem Weihnachtsfest: dass wir die göttlichen Gaben und Kräfte in uns entdecken. Dass sie aufflammen in der Freude unserer Gottesdienste und Feiern. Diese göttliche Kraft aus unserem Inneren, sein Wort und Gebot lasst uns gemeinsam der Kälte unserer Tage entgegensetzen. Eintreten für Mitmenschlichkeit und Gerechtigkeit, für die Lebens- und Arbeitsmöglichkeiten aller Menschen in unserem Land. Die Rettung ist da, und sie wird Wirklichkeit durch jeden Einzelnen von uns.

Mit diesen Weihnachtsgedanken grüßt Sie herzlich
Ihr Pfarrer Jörg Mohn

Besuchen Sie doch mal unsere Homepage im Internet unter www.christophorusgemeinde-schierstein.de
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