Der Blick vom Kirchturm Nr. 2 Juni 2003 Die Christophorusgemeinde
wünscht Allen
eine schöne Sommerzeit
und einen erholsamen und
interessanten Urlaub
Es ist vollbracht

Nun haben wir glücklich die Wahl des neuen Kirchenvorstandes hinter uns gebracht. Glücklich deshalb, weil wir die erforderliche Anzahl an Kandidaten vorweisen konnten, während in etlichen Gemeinden des Dekanats die Wahl überhaupt nicht durchgeführt werden konnte -wegen Mangel an Kandidaten.

Desinteresse und fehlende Bereitschaft, ein verantwortliches Ehrenamt für den Dienst an der Gemeinschaft zu übernehmen, spielen hierbei eine entscheidende Rolle. Es ist eben einfacher, den Dingen ihren Lauf zu lassen und zu kritisieren und zu meckern, als selbst die Ärmel hoch zu krempeln.

Immer Weniger wollen etwas arbeiten, was sich nicht in klingender Münze auszahlt, eine Menetekel für unsere Spaßgesellschaft und ein Zeichen für den Ungeist unserer Zeit. So erklären sich auch die gerade einmal 16,9 % Wahlbeteiligung in unserer Gemeinde, obwohl sie paradoxer Weise damit im Vergleich zu anderen Gemeinden durchaus in der Spitzengruppe liegt.

Vielleicht hat man sich auch anderswo einfach darauf verlassen, dass die Kandidaten von selbst herbeiströmen würden. Man muss eben fleißig "Türklinken putzen", wie wir es getan haben. Dabei bekam man auch manchmal merkwürdige Ausflüchte und Entschuldigungen zu hören.

Nun stehen also die neuen Kirchenvorsteher fest, falls nicht das Dekanat, das sein Plazet geben muss, ein "Haar in der Suppe", was den Wahlvorgang betrifft, entdeckt. Es sind in alphabetischer Reihenfolge:
Hans-Martin AURICH, Karlheinz HASSENBACH, Christine HENRICH, Peter HOLZBRECHER, Friedel LEHR, Hildegard LINK, Birgit MANK, Helga SACK, Eberhard SEIDENSTEICKER und Marianne WINKENS-SACK.

Am 7. September wird der neue KV vereidigt und in sein Amt eingeführt. Nach einem halben Jahr können zwei neue Mitglieder hinzu berufen werden. Der/die neue Vorsitzende wird intern vom Kirchenvorstand gewählt.

Ihnen Allen, auch Denen, die es nicht geschafft haben, sei für ihre Bereitschaft herzlich gedankt. Auch die "glücklosen" Kandidaten werden gewiss bereit sein, in der Gemeinde aktiv mitzuwirken, denn Arbeit gibt es genug.

Die "altgedienten" Kirchenvorsteher, die sich nach Jahren/Jahrzehnten aufs "Altenteil" zurückziehen, um den Jungen Platz zu machen, haben den Dank der Gemeinde erdient und verdient. Dem neuen Kirchenvorstand wünschen wir Glück, fröhliches Wirken und Schaffen als "rechte Hand" des Pfarrers, Gottes Segen und allzeit positive "Erleuchtungen" zum Wohl unserer Christophorusgemeinde.     HL

Wer dem Geringen Gewalt tut, lästert dessen Schöpfer,
aber wer sich des Armen erbarmt, der ehrt Gott.
(Spr. 14,31)

Liebe Scheerstaaner,
liebe Mitglieder unserer Christophorusgemeinde,

mit dem Monatsspruch für Juni grüße ich Sie alle ganz herzlich in diesem Sommer 2003.
Die schönen sommerlichen Tage stehen uns bevor, Spaß und Sport im Freien und auf dem Wasser sind angesagt, viele Feste werden wieder gefeiert werden, auch in unserer Gemeinde.

Der Monatsspruch für Juni erinnert uns an das ernste und aufregende Geschehen in der Welt, das uns seit Monaten schon umtreibt. Noch immer ist es ja offen, welches Exempel der Irakkrieg am Ende gewesen sein wird: war es eine Befreiungsaktion mit militärischen Mitteln, die einem Volk die Selbstbestimmung zurückgibt? Oder war es vor allem völkerrechtswidriger Krieg mit dem Hintergrund wirtschaftlicher Interessen? Oder ist es zuerst der Versuch, Krieg als Mittel einzusetzen, um den Nahen Osten gewaltsam zu gestalten und zu befrieden?
Noch immer ist es offen, wie die Fragen am Ende beantwortet werden müssen. Denn der Sieg allein gibt dem Sieger noch nicht recht.

Sicher ist: ein Diktator sollte beseitigt werden, gestorben sind seine Bürger - Soldaten, Zivilisten, Kinder. Unzählige wurden verletzt und traumatisiert. Da wurde "Geringen" Gewalt angetan.

Wird sich nun in Zukunft "des Armen erbarmt"; werden? Die künftige Entwicklung, die Bereitschaft wirtschaftlich wieder aufzubauen und zu helfen - auch von unserer Seite - wird es weisen, ob es wirklich um Hilfe ging oder um eigenes wirtschaftliches Nutzen.

Das Wort aus den biblischen Sprüchen der Weisheit ermahnt uns an unsere Sache: die Gewalt haben wir nicht verhindern können. Die wirtschaftliche Hilfe für die Armen (Spenden für den Wiederaufbau Iraks, Unterstützung von Hilfsorganisationen) liegt im Bereich unserer Möglichkeiten, ebenso ein waches Eintreten für die Selbstbestimmung aller Völker und die gemeinschaftliche Lösung der Konflikte durch die UN.

Frieden zu stiften wird auch nach der Botschaft Jesu nicht gelingen durch den Einsatz überlegener Gewalt, sondern durch Ausgleich, Entgegenkommen, gegenseitige Hilfe und verständnisvolles Miteinander. Dafür hartnäckig einzutreten ist sicherlich Sache von uns Christen, gerade heute.

Ich wünsche uns allen schöne und fröhliche Sommertage, die auch unserer Welt einige Hoffungsstrahlen bringen mögen.

Ihr Pfarrer Jörg Mohn

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