DIE CHRISTOPHORUSGEMEINDE IM FESTJAHR 2004


250 Jahre Evangelische Kirche Schierstein

"Stadt am Hafen feiert ihre Kirche", so war vor 50 Jahren eine Wiesbadener Zeitungsüberschrift zu lesen. Es war 200-Jahrfeier damals.
Nun also, 50 Jahre später, feiern wir 250 Jahre Christophoruskirche. Ein viertel Jahrtausend ist er nun schon her, jener 15. September 1754, als die Schiersteiner mit ihrem Pfarrer Bernhard Schwarz im großen Festzug zur Weihe ihrer Kirche schritten. In nur 2 Jahren war der Bau vollendet worden, der die mittelalterliche Pfarrkirche (an der heutigen Söhnleinanlage beim Pfarrhaus gelegen) ersetzte und Schierstein einen einzigartigen, spätbarocken Kirchenraum brachte.
Die Vorfahren schufen einen Raum, den Feiertag zu heiligen, Gott zu loben und sein Wort zu hören. Einen Raum des Gesangs und der Musik. Einen Raum, die Nähe Gottes zu erleben in den Sakramenten. Einen Raum auch, Lasten abzulegen und Neuanfänge zu wagen. Einen Raum, mit dem viele von uns entscheidende Stationen ihres Lebens verbinden. Ein Raum, der uns offen steht, und in den zu kommen es nie zu spät ist im Leben. Brauchen wir so etwas heute noch?
Die Frage wird gerade heute deutlich mit „Ja“ beantwortet. Kommen doch viele Menschen auch außerhalb Schiersteins gern hierhin in unsere Kirche, um Gottesdienst zu feiern, um Konzerte und Musik zu hören oder einfach nur den Raum zu erleben und zu beten. Und kaum ein Schiersteiner, der nicht dieser Kirche herzlich verbunden wäre und den Anblick ihres alten, ortsprägenden Turmes missen möchte.
Unsere alte Schiersteiner Kirche ist wahrlich Gottes Haus. Auch heute, an jedem Sonntag, ruft sie uns zu unserem Schöpfer. In Wort und Musik, in den Feiern der Sakramente bietet Gott uns seine Gemeinschaft an. Sammlung, festliche Freude, Orientierung in verwirrender Zeit, Leben das bleibt: nicht geringer sind die Gaben, die Gott uns an diesem Ort anbietet.
Solche Gaben und Erlebnisse werden wir wohl auch künftig nicht auf dem Konsummarkt erwerben können. Grund genug, dass dieses Haus auch künftig bestehen möge als Gottes Haus mitten unter unseren Häusern.
Ich lade die Schiersteiner herzlich ein, ihr ureigenes Juwel froh und dankbar zu nutzen:
zu Gottes Lob und Ehre.

Es grüßt Sie herzlich
Ihr Pfarrer Jörg Mohn