Der ökumenische Bibelsonntag

Thema: Zwischen Schiffbruch und Aufbruch

Der Bibelsonntag ist eine gemeinschaftliche Initiative der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen, der Arbeitsgemeinschaft Missionarische Dienste, der Deutschen Bibelgesellschaft, dem Katholischen Bibelwerk und der Evangelischen Arbeitsstelle für missionarische Kirchenentwicklung und diakonische Profilbildung. Gemeinsam schlagen Sie vor, den letzten Sonntag im Januar als Ökumenischen Bibelsonntag zu feiern. Im Jahr 2023 ist dies der 29. Januar (letzter Sonntag nach Epiphanias).

Das Thema des ökumenischen Bibelsonntags lautet: Zwischen Schiffbruch und Aufbruch (Apostelgeschichte 27,13-38).

Paulus befindet sich in diesem sehr lesenswerten Abschnitt des Neuen Testaments als Gefangener auf der (Schiff-)fahrt nach Rom. Bereits in Apg 27,10 warnt er die Besatzung, da er vorhersieht, dass die Fahrt mit großem Leid und Schaden verbunden sein wird. Jedoch glaubt man ihm nicht. Aber es kommt genau so, wie Paulus es prophezeit hat: Das Schiff gerät in schwere Seenot und alle Hoffnung auf Rettung ist dahin (Apg 27,20). Die Situation schlägt den Menschen an Bord so sehr auf den Magen, dass sie aufhören zu essen. Doch in der Nacht erscheint der Engel Gottes Paulus und spricht die Worte, die in der Bibel 365mal zu lesen sind: "Fürchte Dich nicht" (Apg 27,24). Paulus ermutigt daraufhin, im Vertrauen und Glauben auf Gott, zweimal die Mitreisenden mit den Worten: "Seid unverzagt" (Apg 27,22 und 27,25). Nach vierzehn Tagen ohne Essen ermahnt Paulus die Mitreisenden dazu, wieder zu essen und spricht dabei Worte, die heute auch bei der Abendmahslfeier zu hören sind:  "Und als er das gesagt hatte, nahm er Brot, dankte Gott vor ihnen allen und brach's und fing an zu essen. Da wurden sie alle guten Mutes und nahmen auch Nahrung zu sich" (Apg 27,35-36). Zweihundertsechsundsiebzig Seelen an Bord sind nun gesättigt, guten Mutes. In einem späteren Abschnitt der Apostelgeschichte ist zu lesen: "Und so geschah es, dass sie alle gerettet an Land kamen" (Apg 27,44).

Was kann uns diese Bibelstelle also lehren (die wir übrigens wärmstens empfehlen, selber noch einmal zu lesen)? Vielleicht, dass wir in diesem Dazwischen von Aufbruch und Untergehen von Gott gehalten sind. Er begegnet uns – sei es im Miteinander zwischen Menschen oder mit Gott, sei es am Tisch des Herrn. Wir dürfen also Aufbruch und Scheitern wagen!

(Quellen: www.bibelsonntag.de, eigene Darstellung, Predigtimpuls von R.C. Miron/J. Wagner)

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