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Das Wort an die Gemeinde im April
Ein gesegnetes Osterfest
„Jesus Christus spricht: Fürchte dich nicht! Ich bin der Erste und der Letzte und der Lebendige. Ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und der Hölle.“
(Offb. 1,18)
Liebe Scheerstaaner, liebe Mitglieder unserer Christophorusgemeinde,
kaum haben wir die Blumen herausgestellt zum Osterfest, haben Terrasse und Balkon frühlingsgeschmückt, da kommt schon bald wieder eine Warnung der Wetterdienste: Achtung. Die Eisheiligen kommen! Und da erinnern wir uns, dass jeder Tag des Jahres ja auch Namen hat, meistens von heiligen Menschen die an diesem Tag gestorben sind. Und deren Gedächtnis an diesem Tag bedacht wird. So ist im Laufe der Jahrhunderte ein großer Kalender entstanden, der zum Beispiel auch für die Landwirtschaft in früheren Zeiten eine riesige Rolle spielte und auch heute noch bedeutsam ist.
So sind die Tage vom 11. bis zum 15. Mai den sogenannten Eisheiligen gewidmet. Am 11. Mai beginnen sie mit dem heiligen Mamertus, gefolgt von Pankratius, Servatius und Bonifatius und dann am 15. Mai Sophia, genannt die „kalte Sophie“. Sie alle waren Christinnen und Christen, die ihren Glauben unter gefährlichen Bedingungen bekannt und ihm Treue gehalten haben und von denen viele ihr Leben gaben. Die Eisheiligen nun Anfang Mai, die waren sehr gefürchtet. Denn die Landwirtschaft war früher vollkommen abhängig vom Wetter. Eine einzige eisige Nacht konnte die Ernte gefährden oder vernichten. So war man sich seiner Abhängigkeit bewusst und der Brüchigkeit der eigenen Existenz und - man hatte viele Gute Bräuche. Die Menschen baten Gott um Hilfe, beteten um gutes Wetter, machten Flurprozessionen und auch die Heiligen wurden mit angerufen. Und heutzutage – alles alter Popanz?
Eigentlich, Ihr Lieben, sind wir immer noch auf genauso dünnem Eis unterwegs, wir fühlen uns nur sicherer. Und ja, wir sind besser in der Welt aufgehoben als die Menschen früher, wir haben Medizin, haben mehr Sicherheit, aber am Ende hat sich eigentlich nichts geändert. Es hat sich nur alles ein Stückchen verschoben und dann kommen wir allesamt immer wieder an dieselbe Grenze. Und auf einmal ist unser Leben gefährdet oder es wird uns genommen. Den Trost und die Kraft aber aus dem Gebet, aus der Anrufung Gottes (und der Heiligen), der ist uns verloren gegangen. Das ist keine schöne Situation, darum sollten wir das für uns wieder zurückgewinnen! Vor allem aber sollten wir die wunderbare Botschaft des Osterfestes annehmen, dass Gott im letzten Ende ein Netz gespannt hat. Und dass wir nicht tiefer fallen können als in seine gute Hand. Wir alle sollen durch den Tod ins Leben gehen, so wie unser Heiland Jesus Christus. Sein wunderbares, helles Reich und das ewige Leben sind uns verheißen.
Hierauf das eigene Leben zu bauen, das gibt Kraft, jeden Tag froh und neu ins Leben zu gehen. Und auch Dunkelheiten und Unsicherheiten auszuhalten, ohne daran zu verzweifeln.
In diesem Sinne wünsche ich allen ein gesegnetes Osterfest und freue mich auf viele gemeinsame frohe Stunden in unserer Kirche.
Herzlich Ihr/Euer Pfarrer Dr. Jörg Mohn


