Johannes der Täufer (24. Juni)

Jesu Vorläufer


Johannes der Täufer hat durch seine Predigten zur Buße gerufen. Seine Taufe war Zeichen der Umkehr. Aber er verkündigt nicht sich selbst, sondern verweist auf Christus: „Er muss wachsen, ich aber muss abnehmen“.

Der Vorläufer und Wegbereiter Christi war der Sohn des Priesters Zacharias und der Elisabeth. Die Überlieferung bezeichnet En-Karim (westlich von Jerusalem) als seinen Geburtsort. Johannes zog sich in die Einsamkeit der Wüste zurück, bis der Ruf an ihn erging. Wie die bekannte Bibelstelle aus Matthäus 3,4 zeigt, zeichnete er sich besonders durch eine asketische Lebensweise aus: 

„Er aber, Johannes, hatte ein Gewand aus Kamelhaaren und einen ledernen Gürtel um seine Hüften; seine Speise aber waren Heuschrecken und wilder Honig.“

Bußpredigend und taufend trat der im Jordangebiet (Bethanien, Ainon bei Salim) auf. Das Matthäusevangelium berichtet, wie Christus zu Johannes an den Jordan kam und sich taufen ließ. 

Der große Bußprediger und Prophet schreckte auch nicht davor zurück, seine Stimme gegen seinen das Gebot Gottes verachtenden Fürsten Herodes Antipas zu erheben, denn dieser lebte mit der Frau seines Stiefbruders zusammen. Herodes ließ den unbequemen „Sittenrichter“ gefangensetzen. Seine Frau Herodias jedoch wollte mehr, sie wollte den Tod des Predigers. Der jüdische Schriftsteller Flavius Josephus berichtet uns, dass bei einem rauschenden Fest auf der Burg Machairos (östlich des Toten Meeres) Herodes vom Tanz seiner Stieftochter so bezaubert war, dass er ihr den Wunsche, ihr das abgeschlagene Haupt des gefangenen Johannes zu bringen erfüllte. Der Leichnam wurde in Samaria bestattet, über der Grabstätte entstand im 4. Jahrhundert eine Kirche, deren Ruinen man 1931 freilegte. 

In der christlichen Kunst wird der heilige Johannes sehr häufig mit verschiedenen Attributen und in ganz unterschiedlichen Szenen dargestellt. Ein durchgängiges Thema seit dem 2. bzw. dem 3. Jahrhundert ist Johannes bei der Taufe Christi. Meist wird er jugendlich oder bärtig, im Fellgewand oder mit Kreuzstab abgebildet, an dem ein Spruchband „Ecce Agnus Dei“ („Siehe, das Lamm Gottes“) befestigt ist. Oft ist ihm auch ein Lamm beigegeben, oder er hat neben sich sein Haupt auf einer Schüssel. Seit dem 16. Jahrhundert ist das Motiv der Salome mit dem Haupt des Johannes in der bildendenen Kunst ein häufig dargestelltes Thema. Die Renaissancemalerei stellt hauptsächlich den kleinen Johannes mit dem Jesuskind spielend und mit der Madonna dar. 

Johannes ist der Patron vieler Städte, Bistümer und Kirchen. 

Die verschiedenen Bräuche wie Johannisfeuer und andere haben keine Beziehung zum christlichen Johannesfest. Sie sind vielmehr aus der zeitlich mit dem Fest zusammenfallenden Sommersonnenwende entstanden. 

Johannes der Täufer, wie er in der Kunst oft dargestellt wird. Das Spruchband „Ecce Agnus Dei“ steht für „Siehe, das Lamm Gottes“.