Wort an die Gemeinde

Da Sie den Stern sahen, wurden Sie hocherfreut (Matthäus 2,10).


Liebe Leserin, lieber Leser, liebe Scheerstaaner, 

„Hocherfreut werden“, diesen Zustand wünscht man sich doch, gerade in diesen Zeiten zwischen Coronasorgen und drohender Teuerung und Energiekrise. Aber wie geht das? Schauen wir in die Bibel: Als sie (die Sterndeuter) den Stern sahen, da ist es passiert, da wurden sie hocherfreut. Und noch besser – diese Freude hält an, vielleicht sogar ein Leben lang. 

Soweit das Matthäusevangelium. Genau wie bei Lukas ist „hocherfreut“ auch hier die Weihnachtsbotschaft. Ob im Trubel der Weihnachtseinkäufe oder nach der Bescherung dieser Zustand erreicht wird? Ein Stern reichte damals, ein besonderer Stern, der auf das Ereignis der Christgeburt hinwies, ja dorthin führte. Ein Stern, der mit der Hoffnung war, dass jetzt alles nicht nur anders, sondern besser wird. Und der Stern musste auch gesucht und ihm gefolgt werden. Es gab die frohe Botschaft, ein Retter kommt, aber für die Weisen stand er nicht vor der Tür, sie suchten und fanden ihn und machten sich dazu auf den Weg.

Das ist, glaube ich, der Punkt. Ganz so bequem und mundgerecht, wie wir heute Weihnachten feiern, ist Weihnachten eben doch nicht. Zwar müssen wir nicht eine beschwerliche Reise zum Christkind zurücklegen, aber einige Hindernisse sind auch für uns vorhanden. Es hat nämlich Konsequenzen, dem Kind zu begegnen, sich bei Gott einzufinden.

Hocherfreut heißt dann nicht nur, Freude zu empfangen und zu empfinden. Hocherfreut heißt, Freude zu teilen und zu ermöglichen, für sich selbst und für andere. Was kann wichtiger sein in diesen Tagen? Wo so viele Menschen Angst haben, wo Not und Krieg herrschen in vielen Ländern, wo Naturkatastrophen Tod und Elend bringen, auch wir haben es bitter erlebt. Und dann erst das viel persönliche Leid.  Ich höre auf.

Lassen wir uns von den drei Königen, den Sterndeutern, ermutigen, uns auch auf den Weg zu machen zum Kind. Es wird dann nicht dunkel bleiben um uns, denn wir können dem Erlöser begegnen. Dann erhellt er auch unser Dunkel mit seinem Licht, befreit uns von Angst. Dann werden auch wir hoch erfreut werden im Lichte seines Sterns.

In diesem Sinne wünscht eine lichtvolle Advents- und Weihnachtszeit

Ihr/Euer
Pfarrer Dr. Jörg Mohn