Das Wort an die Gemeinde im September

Eine Hand voll Ruhe.


Liebe Freundinnen und Freunde unserer Gemeinde, liebe Schwestern und Brüder,

„Besser eine Hand voll mit Ruhe als beide Fäuste voll mit Mühe und Haschen nach Wind“, das sagt der Prediger Salomo, nachdem er auf vielfältige Weise dargelegt hat, wie wir Menschen uns in hektische Aktivitäten verrennen und doch nichts Nachhaltiges damit erreichen.

Ganz sicher will er zielgerichtetes Tun zum Wohle von Menschen und Welt nicht abwerten. Unbestechlich aber ist seine Erkenntnis, wieviel unsinniger Aktivismus die Menschen umtreibt, der letztlich keinem guten Zweck oder reinem Egoismus dient. Diese stressige und immer schnellere Geschäftigkeit hat heute durch die digitalen Möglichkeiten und Geschwindigkeiten noch einmal beträchtlich zugenommen. In Beruf und Freizeit kommt man den Nachrichten und den Veränderungen nicht mehr nach.

Dies macht Menschen krank, die Gegenbewegung hat darum schon eingesetzt, ich berichtete von Gruppen, die Hobbys der Großeltern pflegen und so entschleunigen wollen. Menschen bezahlen Geld, um unter Anleitung ein paar Stunden ohne Handy zu verbringen. Sie alle wollen nur eins: Entschleunigen - alleine oder in einer Gruppe. Und hoffen auf innere Ruhe.

Menschen brauchen Auszeiten, Entspannung. Wertvoll ist alles, was uns etwas innere Ruhe schenkt. Oder, wie eine Liedzeile (EG 163) es beschreibt: „Segne unser Tun und Lassen“. Auch das, was wir sein lassen, möge gesegnet sein, bittet dieser Liedvers. Auch ein Gottesdienst kann so eine wunderbare, zweckfreie Auszeit sein, genau dazu ist er da: Wir können da einmal lassen, loslassen und zurücklassen, und so einen Weg zur inneren Ruhe gehen. Im besten Fall, fühlen wir uns dann wie neu geboren. 

Das wünscht Ihnen Ihr

Ihr Pfarrer Dr. Jörg Mohn