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Der „Osterweg“ 2026
Von Gründonnerstag bis Ostermontag in unserer Christophoruskirche.
Eine persönliche Reflexion von Birgit Kilian
Unlängst begegnete ich unterwegs zufällig einer lieben Bekannten, einer noch jungen Frau, von der ich wusste, dass sie im vergangenen Jahr ins Berufsleben gestartet war. Damals hatte sie mir freudestrahlend berichtet, einen Traumjob gefunden zu haben. Jetzt hingegen erfuhr ich zu meiner Bestürzung, ihr sei nichts anderes übriggeblieben, als zu kündigen, sei sie doch seit ihrem enthusiastischen Bekenntnis zum christlichen Glauben im Kollegenkreis schändlich gemobbt worden.
Das Gespräch gab mir arg zu denken, zumal mich die tiefe, an Ohnmacht grenzende Verunsicherung der gedemütigten jungen Frau massiv erschütterte. Zunächst quälte mich die Frage, ob es nicht klüger gewesen wäre, die religiöse Gesinnung prinzipiell außen vor zu lassen, ganz nach der Devise, dass der Glaube pure Privatsache sei, die keine externe Person, erst recht niemanden am Arbeitsplatz, etwas angehe. Peu à peu jedoch wurde mir klar, dass das kein befriedigender, vor allem kein gottgefälliger Weg war. Und trotzdem rumorte es in mir weiter.
Die entscheidende Frage, „was ist mir mein Glaube wert?",
blieb vorerst unbeantwortet. Bis ich zum Besuch des vom Schiersteiner CVJM veranstalteten Gründonnerstag-Gottesdienstes durch das von Palmzweigen flankierte Portal der Christophoruskirche schritt.
Der Gründonnerstag
Sogleich zogen mich die engagierten Jugendlichen in ihren Bann, waren sie doch von ihrer Mission, den Auftakt der Endphase der Passion Jesu allen Anwesenden eindringlich zu vermitteln, spürbar erfüllt. Im Mittelpunkt standen die im 22. Kapitel des Lukasevangeliums überlieferten Gründonnerstag-Ereignisse, die mit Jesu Feier des Abschiedsmahls im Kreise seiner Jünger, anlässlich des jüdischen Passahfestes, beginnen. Nachdem uns der Ursprung dieser jüdischen Tradition, nämlich die Befreiung der Israeliten aus pharaonischer Knechtschaft, vor Augen geführt wurde, vollzogen ausgewählte Jugendliche sowie ihr Leiter das biblische Gründonnerstaggeschehen aus ihrer Sicht erzählerisch nach, und zwar dergestalt, als seien sie selbst stille ZuhörerInnen gewesen. Folglich erfuhren wir aus unserem modernen Blickwinkel die christliche Bedeutung des althergebrachten Festmahles, welches Jesus, als Sohn Gottes, auf sich und sein unmittelbar bevorstehendes Leiden und Sterben umdeutet. Konsequenterweise sah man sich automatisch persönlich in die Szenerie einbezogen. In der Sichtweise der „Tochter des jüdischen Hausherrn und Gastgebers“ erläutert Jesus, „der sogar Frauen akzeptiert“ (Zitat der jugendlichen Erzählerin) –, nicht nur seiner damaligen Tischgesellschaft, vielmehr uns allen – dass das Brot seinen für uns hingegebenen Leib repräsentiert und der gefüllte Weinkelch als sein Blut, welches zur Vergebung unserer Sünden vergossen wird, den neuen göttlichen Bund zu uns Menschen. Es war ein mir unter die Haut gehendes Erlebnis, zumal die frappierend authentisch anmutende junge Berichterstatterin keinen Hehl aus ihrer zeitweiligen Verwirrung über Jesu Worte machte, die sie nicht in Gänze begreifen konnte und damit meine eigenen Gefühle verbalisierte. Umso intensiver vermochte ich Jesu Rede
„tut dies zu meinem Gedächtnis“
spontan als zentralen Auftrag zu verstehen, sein letztes gemeinsames Abendmahl zur bleibenden Erinnerung immer wieder neu gemeinschaftlich zu feiern, bis es schließlich am Ende der Zeiten seine unwiderrufliche Erfüllung im „ewigen Festsaal der göttlichen Herrlichkeit“ erlangt. Dass aber diese immerwährende, endgültige Erfüllung das qualvolle Sterben der menschlichen Natur des Gottessohns voraussetzt, wird deutlich, indem Jesus noch unterm Mahl auf den am Tisch sitzenden Verräter hinweist.
Wer an dieser Stelle meinte, die Eindrücke zum Gründonnerstag könnten nicht mehr gesteigert werden, wurde durch die analog von Jürgen Gruber (1. Vorsitzender CVJM Schierstein e. V.)
rekonstruierte Szenerie des Menschensohn-Gebets am Ölberg eines Besseren belehrt, in der einerseits Jesu zutiefst menschliche Pein angesichts der bevorstehenden Marter, andererseits sein umfassendes Vertrauen in den Heilsplan des göttlichen Vaters mit enormer Empathie nachempfunden wurde, nicht zu vergessen die Schwachheit der schlafenden Jünger, die es – aller Mahnung Jesu zum Trotz – nicht zustande brachten, über ihren Meister zu wachen. Schlagartig assoziierte ich, wie dringend nötig wir sündhafte Menschen von alters her die Passion Jesu mit nachfolgendem Osterereignis haben. Die unsere Gegenwart todbringend überschattende Spirale von Aggression, Hass, Neid, Lüge, skrupellose Macht-, Ruhm- und Geldgier, Narzissmus, Fanatismus, Gewalt und Krieg legt diesbezüglich ein grausam beredtes Zeugnis ab. Zu jenem haarsträubenden Alltagswahnsinn gesellen sich die derzeit galoppierend zunehmenden Naturkatastrophen, die wir nicht unerheblich mitzuverantworten haben.
Im Verlauf dieses außergewöhnlichen Gottesdienstes dämmerte mir, wie vergleichbar das von der CVJM-Gruppe widergespiegelte Wanken dem meinigen war. Schier atemlos verfolgte ich im Anschluss Jesu Verrat und seine Verhaftung. Nachdrücklich wird die völlig gewaltlose Selbstauslieferung Jesu hervorgehoben, der zudem den kläglichen Versuch Petri, das drohende Unheil mit dem Schwert zu verhüten, direkt im Keim erstickt. Nach alldem war der narrative Blick auf die Verurteilung Jesu durch Pilatus nur schwer zu ertragen, ich fühlte schier Jesu Kreuz auf meinen Schultern lasten. Doch bevor mir die Knie weich werden konnten, ließ uns Jessica Kühne (2. Vorsitzende CVJM Schierstein e. V.) wissen, wie sie beim Verein, im gemeinsamen Leben der christlichen Glaubensbotschaft, immer wieder aufs Neue die Kraft, Zuversicht und den Mut bezieht, Jesu heilsame, friedensstiftende Ansage weiterzutragen. Beispielsweise sei sie nach Möglichkeit bemüht, sich selbst zurückzunehmen, um auf „den Nächsten“ zu schauen, um jene Person bei Bedarf aufzurichten, zu stärken, zu beschützen. Für andere da zu sein, wie der Gottessohn es für jede bzw. jeden von uns ist, nicht als Eintagsfliege, sondern als ihr permanenter, vorbildhafter Anspruch. Des Auftrags getreu, um Jesu Erinnerung willen regelmäßig Mahl zu halten, lud uns Pfarrer Dr. Mohn zum gemeinsamen Abendmahl ein. Parallel spielte die CVJM-Band Wenn das Brot, das wir teilen, dessen Liedtext die tiefe Bedeutung dieser Handlung für uns Teilnehmende prägnant auf den Punkt bringt, sowohl unmittelbar als auch bezüglich ihrer Macht, uns zum neuen Menschen zu verwandeln. Wie stark jene treffenden Worte die Herzen unserer Mahlgemeinschaft anrührte, fand in der Tatsache ihren Ausdruck, dass viele bis zum Empfang von Brot und Wein im Altarraum den Refrain mitsangen. Jesus ist Gottes Bund zu uns.
Der Gottessohn hat seinen Leib für uns hingegeben, er ist der Kelch des Heils, das Blut des Lebens.
Er verleiht uns die Beharrlichkeit, unverdrossen gewaltlos gegen die oben umrissene Todesspirale anzukämpfen. Diese glückbringende Botschaft, akribisch vorbereitet und hochambitioniert präsentiert, leuchtete uns abschließend umfassend und strahlend entgegen, angefangen bei den Schlussliedern, bis hin zu Fürbitten und Segen. Insofern durften wir am Ende im Gefühl der beseelenden Befreiung aufatmen, im sicheren Bewusstsein, in der Glaubensgemeinschaft Jesu Christi allem widerstehen zu können. Derart psychisch gestärkt nahmen viele die CVJM-Einladung zu einem kleinen Imbiss im Chorraum gerne an, um auch leiblich nochmals gemeinsam das „Brot zu brechen“ und im wechselseitigen Austausch „aufzutanken“. Zuhause wusste ich mit einem Male, wie die einzig wahrhaftige Antwort auf meine persönliche Frage, was mir unser Glaube wert sei, zu lauten hatte, und ich sah mit entsprechender Gefasstheit dem Sterbetag Jesu, der „Zielgeraden“ auf dem Weg zur Auferstehung und Erlösung der Menschheit, entgegen.
Karfreitag
Am Morgen des Karfreitags fand in der Christophoruskirche ein vom Prädikanten Herrn Dr. Eichner zelebrierter Gottesdienst statt, nachmittags durften wir an der überwältigend feierlichen Gedächtnisandacht der Todesstunde Christi teilhaben, in welcher in unserer Gemeinde traditionell der Passionsmusik die kostbare Aufgabe zuteilwird,
Erhabenheit und unermessliche Bedeutsamkeit des Hinscheidens Jesu
transparent zu machen. Aus meiner Perspektive ist es nahezu überflüssig zu betonen, dass dieser immense Anspruch durch die musikalischen Hauptprotagonisten des Tages – die exzellente Traversflötistin Sophia Aretz und unser fantastischer Kantor Clemens Bosselmann am Cembalo sowie als stimmgewaltiger liturgischer Vorsänger – aufs Glorreichste realisiert wurde. Nichtsdestominder kann dieser Umstand nicht explizit genug betont werden, zu hochrangig war die künstlerische Darbietung.
Neben den gesetzten Elementen der Karfreitags-Liturgie konnten wir in zwei Sonaten von Johann Adolf Hasse (1699–1783) hineinhören, des Weiteren erklangen der 1. und 3. Satz der Sonate e-Moll, BWV 1034, von Johann Sebastian Bach (1658–1750) sowie die beiden ersten Sätze der Sonate h-Moll von Michel Blavet (1700–1768). Der 1. Satz der Sonate Nr. 6 in a-Moll Trattenimenti armonici per camera von Tomaso Albioni (1671–1771), der für mich die friedvoll-frohe Leichtigkeit der bereits erfolgten Todesüberwindung Jesu „atmet“, bildete den Abschluss dieses ungemein feierlichenmusikalischen Rahmens. Nach dem Segen schloss sich der Kreis der mir so kostbaren Andacht, indem wir – übrigens als beeindruckend zahlreiche Gemeinde – in Form der 10. Strophe von O Haupt voll Blut und Wunden (EG: Lied 85) den Tod Christi als Vorbild für das eigene „glaubensvolle“ Sterben „von Herzen“ gesanglich lobten. Bevor ich, inspiriert und trostreich aufgebaut, an diesem Spätnachmittag den Heimweg antrat, kam ich vor dem Kirchenportal mit einigen Gemeindemitgliedern ins Gespräch und erkundigte mich jeweils, ob wir uns in der Osternacht – hochfestlich bereichert von Chormitgliedern der Schiersteiner Kantorei – wiedersähen. Verschiedentlich bekam ich eine verneinende Antwort, verbunden mit dem Hinweis auf deren „zu pompöse, liturgisch überfrachtete“ Gestaltung. Diese denkwürdige (vorderhand durchaus nachvollziehbare) Reaktion möchte ich im Folgenden zu relativieren versuchen.
Die Osternacht
Die zentralen liturgischen Elemente unserer Osternacht bestehen zunächst im Entzünden des unmittelbar vor dem Kirchenportal befindlichen Osterfeuers. Dies geschieht eine volle Stunde vor der eigentlichen Osternachtfeier, um den Portalbereich mit dem „Licht des Auferstandenen“, auch aus relativer Ferne und über eine angemessene Zeitspanne hinweg, sichtbar werden zu lassen.
Das Osterfeuer symbolisiert mithin die strahlende Heilsbotschaft der Auferstehung des Gottessohnes,
der die Sünden der Welt auf sich lud, und mit seiner Überwindung des Todes die Menschheit erlöst. Das Feuer durchstrahlt die Dunkelheit, wärmt unsere in Kälte, Leid und Sorge, in Krankheit und Traurigkeit erstarrten Herzen. Durch sein einstündiges Lodern lädt es alle rechtzeitig ein, die frohe Kunde in unserem anmutigen Gotteshaus mitzufeiern. Dass jene Glaubenswahrheit allerdings ohne die vorherige Passion, das qualvolle Sterben Jesu undenkbar ist, wird durch das Betreten des unbeleuchteten Gotteshauses signifikant verdeutlicht. Indem wir das Kircheninnere in „totaler“ Finsternis beschreiten, fühlen wir uns sofort verunsichert, orientierungs- und hilflos. Gezwungenermaßen reduzieren wir unser Schritttempo, tasten uns langsam und vorsichtig zu einem freien Platz im Gestühl vor. Uns wird einmal mehr der drastische – wenn auch lediglich vorläufige – Verlust durch Jesu Tod am Kreuz offenkundig. Nachdem wir somit mehr oder weniger aufgerüttelt unsere Sitzposition eingenommen haben, bleibt kaum etwas anderes übrig, als sich auf die Dunkelheit einzulassen. Schürt sie unsere Beklommenheit? Oder finden wir in ihr Ruhe, in der sicheren Erwartung des nahenden göttlichen Lichts, das die Nacht des Todes schlussendlich für immer besiegt hat? Die Kirchturmuhr schlägt zur vollen Stunde. Es ist die Stunde vor Mitternacht, unser strahlendes Fest der Osternacht, also der Auferstehung Christi – von Martin Luther an Gewaltigkeit mit Gottes Erschaffung der Erde gleichgesetzt –, beginnt. Draußen in der Dunkelheit hat unser Pfarrer in Gemeinschaft mit dem Kantor sowie den Liturgen die Osterkerze am Osterfeuer entzündet. Herr Bosselmann, der den Einzug der Genannten anführt, trägt die Kerze feierlich vor sich her und singt auf seinem Weg zum Altarraum, wo sie seitlich ihren festen Platz bekommt, dreimal den Ruf „Christus ist das Licht“, auf welchen die Gemeinde im Stehen jeweils mit „Gott sei ewig Dank“ antwortet.
Nachdrücklicher kann man meines Erachtens die beiden wichtigsten „Säulen“ unseres christlichen Glaubens nicht ausdrücken: Bereits das alleinige Licht der Osterkerze schafft eine völlig neue Atmosphäre. Die eben noch körperlich fühlbare Verlorenheit kann sich von nun an auf Christus, das Licht der Welt, fokussieren. Ab sofort sehen, wissen und spüren wir im wahrsten Sinne des Wortes, „wo es langgeht“, wohin unsere Reise geht, wohin sie nur gehen kann. Und das bis in alle Ewigkeit. Der Gottessohn verlässt uns niemals mehr. Für diese wundervolle Fügung des göttlichen Heilsplans zollen wir dem Vater ewigen Dank. Die folgenden alt- und neutestamentlichen Lesungen führen uns die göttliche Vorherbestimmung jenes Heilsplans vor Augen, indem die alttestamentlichen Texte auf den Messias hindeuten. Die jeweils eingeschobenen gottesdienstlichen Elemente – Gebet, Stille oder Musik – stellen sehr bewusst platzierte Freiräume dar, in welchen uns Zeit geschenkt wird, das Gehörte gedanklich zu verfestigen (Gebet), intensiv nachzuspüren (Stille) oder aber die erhabene Allmacht Gottes musikalischuntermauert zu verinnerlichen. Gerade diese Elemente sind in unserer hektischen Aktualität, die uns in zunehmender Reizüberflutung „besinnungslos“ zu machen droht, unerlässliche Gegenpole für unser Verständnis der unfassbaren Liebe, die Gott in Gestalt seines Sohnes uns Sündern zuteilwird. Indem wir uns unserer eigenen Taufe erinnern und am Taufbecken den zugehörigen Segen erhalten, tauchen wir symbolisch in den Tod ab (Wassersymbolik) und tauchen zu neuem Leben wieder auf, um die enge Glaubensverbundenheit eines jeden Christen mit dem Sterben des Gottessohns und seiner nachfolgenden Auferstehung zu bekräftigen.
Die Gemeinde wird damit proaktiv in den Akt der Auferstehung einbezogen. Dafür loben und danken wir dem Dreifaltigen mit dem Läuten der Glocken, der sukzessiven Illuminierung des Kirchenraumes sowie im österlichen, jüdisch-christlichen Jubelruf „halleluja“. Das rituelle Schmücken, insbesondere der Altarmensa, versinnbildet den Gegensatz von Leid und Tod der Passion (bloßer Stein) zum prachtvoll-strahlenden Licht des Auferstandenen (kostbarer Deckenschmuck, sukzessive Ausstattung mit sorgfältig arrangierten Blumengebinden und Kerzen).
Eine Pracht, die uns dereinst im „ewigen Festsaal der göttlichen Herrlichkeit“ erwarten wird.
Die schmückende Herrichtung der Kanzel hebt deren Bedeutung als Hauptort der Verkündigung unseres Glaubens sinnfällig hervor. Die von Michael Sobottka virtuos gesungene Epistel ließ aufhorchen. Desgleichen das nicht minder großartig, wiederum traditionell gesanglich in verteilten Rollen vorgetragene Osterevangelium nach Matthäus. Hierfür standen unser Kantor als „Erzähler“, Simone Grün als „Engel des Herrn“ beim leeren Grab Jesu, und John Turley als „der Auferstandene“ parat. Die Ansprache unseres neuen Vikars Jan Thies Feussner fasste den komplexen Inhalt in dessen Ambivalenz von verlöschender zur heilsbringend wiedererstandenen „Flamme“ in meditativ vorgetragenen Sätzen zusammen, welche seine Zuhörerschaft im Geiste nahezu mitbeten konnte. Hernach dominierten Jubel, Lob und Preis des Herrn, indem die Lieder Wir wollen alle fröhlich sein und – quasi als finales „Ausrufezeichen“ – Christ ist erstanden die wichtigsten Abkündigungen, unsere Fürbitten sowie den Segen einbetteten. Das Weitertragen dieser frohen Stimmung geschah im anschließenden gemeinsamen Osterfrühstück, zu welchem im großen Saal des Christophorushauses alle willkommen geheißen wurden.
Resümierend möchte ich betonen, dass die vermeintlich „pompös überfrachtete“ Liturgie der Osternacht gerade in unserem alltäglichen Stress ein heilsames Gegengewicht darstellt, aus welchem man gezielt die wohltuende Kraft der stillen Einkehr, die bereichernde Wirkung von gesprochenem und gesungenem Wort und nicht zuletzt die nachhaltig erhellende Erleuchtung in Form des allmählichen Aufhellens der Kirche mental „aufsaugen“ und internalisieren kann. Es bedarf lediglich der Bereitschaft, diese Elemente unvoreingenommen auf sich wirken zu lassen. Herzlichst sind alle im nächsten Jahr dazu und zum heiter-gemütlichen Osterfrühstück eingeladen!
Der Ostersonntag
Am Ostersonntag stand das Innehalten auf unserem Osterweg im Vordergrund. Drei gottesdienstliche „Meilensteine“ waren dazu ausersehen, die Heilsbotschaft nochmals zu reflektieren und zu vertiefen. Als erste „Wegmarke“ fungierte die präzise, vortrefflich-eingängige Predigt unseres Pfarrers. Herr Dr. Mohn ließ uns in gewohnt gestaltenden, feinfühlig vorgetragenen Worten wissen, dass Ostern unter Ausklammerung des Karfreitags undenkbar ist. Die etwaige Ansicht, das Osterfest umfasse isoliert die Auferstehung Jesu, und mit der irdischen Taufe, aus welcher man ja als „neuer Mensch“ hervorgeht, sei man auf Erden bereits erlöst, stellt im Gegenteil ein fataler Irrglaube dar. Jener Trugschluss ist insofern sündhaft, als er zu diversen Ausschweifungen führen mag und historisch betrachtet auch dazu geführt hat. Wie beispielsweise in der frühchristlichen Gemeinde in Korinth geschehen, während der Abwesenheit ihres geistlichen Oberhirten, des Apostels Paulus. Dies wissen wir aus dessen 1. Brief an „seine“ Korinther, ein theologisch entscheidendes Dokument und der Predigttext am Ostersonntag. Indem Paulus den Korinthern in harschen Worten ihr unwürdiges, häretisches Gebaren, welches völlig an der wahren christlichen Glaubenslehre vorbeigeht, vorwirft, spricht er zu uns alle, seine Worte haben transzendierende Gültigkeit bis zum Ende der Zeiten. Erst dann und nur dann werden wir, die „in Adam Verstorbenen“, in Christus auferstehen. Die Grundvoraussetzung der Auferstehung Christi ist seine Passion und der qualvolle Tod am Kreuz; seine „Marter alle“ (wie wir in der Osternacht sangen und heute, am Ende des Ostersonntagsgottesdiensts erneut). Und das gilt im übertragenen Sinne auch für uns. Es gibt keine „Leiter“, die von der Erde, unter Umgehung des Sterbens, direkt in die himmlische Herrlichkeit führt. Wenn wir dies glauben, haben wir unser Leben als Christen verfehlt, unabhängig davon, wie fromm wir zu sein meinen, wie sehr wir uns für den Erhalt unseres Planeten einsetzen, wie engagiert wir uns um unsere MitbürgerInnen, unsere „Nächsten“, kümmern.
So hart es im ersten Moment klingt,
der gesamte Weg Christi ist auch der unsrige,
niemand von uns kommt „am Kreuz vorbei“ zur Erlösung. Doch sobald wir diese Glaubenstatsache annehmen, sie im Osterweg mit „Leib und Seele“ nachempfinden, um sie anschließend unseren „Nächsten“ weiterzugeben, wartet auf uns der Lohn am Ende der Zeiten in Form unserer Aufnahme in die göttliche Herrlichkeit. Deshalb – so die einschneidenden Worte unseres Pfarrers – kann es nicht angehen, dass wir göttliche Erlösung, oder auch das Hoffen und Vertrauen darauf, ausschließlich auf uns persönlich beziehen. Stets ist uns geboten, die gesamte Christenheit zu inkludieren. Erlösung bezieht sich auf uns alle. Das biblische Ostergeschehen war der Anfang der umfassenden Neuschöpfung, ähnlich gewaltig wie Gottes ursprünglicher Schöpfungsakt. Gemäß dem zitierten Korintherbrief Pauli leben wir Christen quasi in einer „Zwischenzeit“, unsere endgültige Rettung, die Rettung der ganzen Welt, erfolgt wie gesagt nicht eher als am Zeitenende, bei der Wiederankunft Christi. Dabei obliegt es laut Paulus allein der göttlichen Allmacht, über die Aufnahme jedes Einzelnen ins himmlische Paradies zu entscheiden, ungeachtet seiner konkreten Religion respektive Gesinnung. Pauli Vision zufolge ist im göttlichen Heilsplan die Verwandlung der Schöpfung in unvergängliche Herrlichkeit von Anbeginn fixe Tatsache. Deren vorletzte Stufe stellt dabei die Vernichtung des Todes als „letzter Feind Gottes“ dar. Aber das allerletzte, äußerste Ziel, das Eschaton, also die Vollendung der Schöpfung, sei erst mit der Unterwerfung des Gottessohnes unter den Vater erreicht, denn Gott sei „alles in allem“. Die strahlend leuchtende Gewissheit der einstigen ewigen Herrlichkeit stellt unser Rettungsanker dar. Darauf dürfen wir jeden Augenblick unseres Lebens hoffen, was auch immer uns beschieden sein mag. Darin besteht die machtvolle Zuversicht des Osterfestes, die uns hilft, alles irdische Leid im unerschütterlichen Vertrauen und Glauben an Gottes Allmacht zu überwinden. Der zweite „Meilenstein“ des Festgottesdienstes, die Feier des gemeinsamen Abendmahls, verlieh jener christlichen Glaubenswahrheit sinnfällige Nahrung.
„Meilenstein“ Nummer 3 bestand im Schlusslied mitsamt Orgelnachspiel. Wie erwähnt handelte es sich bei Ersterem um den altehrwürdigen Lobpreis-„Hymnus“ Christ ist erstanden, den man auch als „Ode an den Trost“ bezeichnen könnte. Die zu den ältesten deutschen Kirchenliedern zählende Osterleise wurde von unserem Kantor an der Orgel im instrumentalen Schlussstück brillant mit Jean Langlais’ (1907-1991) Lumen Christi verwoben. Herrn Bosselmanns phänomenalem Improvisationstalent gelang es so bravourös wie souverän, den „Osterklassiker“ Christ ist erstanden, in welchem die Bedeutung des Osterfestes in drei Liedstrophen verdichtet, aufgezeigt wird, nachfolgend in einen bombastischen Klangteppich zu verweben. Mehr noch, er inszenierte eine furiose Klanglandschaft, die uns die Dramatik der Geschehnisse um Jesu Auferstehung meisterhaft und mit schier überbordendem Impetus sozusagen ins Bewusstsein „peitschte“. Am Ende der atemberaubend grandiosen Darbietung unseres begnadeten Kantors ließ der begeisterte Applaus der ZuhörerInnen keinen Zweifel an der Tatsache, dass allerspätestens an diesem Punkt klar war, was wir am „Lumen Christi“ bejubeln:
Christus, der das Licht der Welt ist, hat den Weg geebnet für unser aller Eingang ins ewige Licht am Ende der Zeiten.
Was könnte diesen „himmlischen“ Erlebnissen die imaginäre „Osterkrone“ besser aufsetzen als die unbeschwert-aufgekratzte Heiterkeit unserer Jüngsten?!
Der Ostersonntag
Am Ostersonntag stand das Innehalten auf unserem Osterweg im Vordergrund. Drei gottesdienstliche „Meilensteine“ waren dazu ausersehen, die Heilsbotschaft nochmals zu reflektieren und zu vertiefen. Als erste „Wegmarke“ fungierte die präzise, vortrefflich-eingängige Predigt unseres Pfarrers. Herr Dr. Mohn ließ uns in gewohnt gestaltenden, feinfühlig vorgetragenen Worten wissen, dass Ostern unter Ausklammerung des Karfreitags undenkbar ist. Die etwaige Ansicht, das Osterfest umfasse isoliert die Auferstehung Jesu, und mit der irdischen Taufe, aus welcher man ja als „neuer Mensch“ hervorgeht, sei man auf Erden bereits erlöst, stellt im Gegenteil ein fataler Irrglaube dar. Jener Trugschluss ist insofern sündhaft, als er zu diversen Ausschweifungen führen mag und historisch betrachtet auch dazu geführt hat. Wie beispielsweise in der frühchristlichen Gemeinde in Korinth geschehen, während der Abwesenheit ihres geistlichen Oberhirten, des Apostels Paulus. Dies wissen wir aus dessen 1. Brief an „seine“ Korinther, ein theologisch entscheidendes Dokument und der Predigttext am Ostersonntag. Indem Paulus den Korinthern in harschen Worten ihr unwürdiges, häretisches Gebaren, welches völlig an der wahren christlichen Glaubenslehre vorbeigeht, vorwirft, spricht er zu uns alle, seine Worte haben transzendierende Gültigkeit bis zum Ende der Zeiten. Erst dann und nur dann werden wir, die „in Adam Verstorbenen“, in Christus auferstehen. Die Grundvoraussetzung der Auferstehung Christi ist seine Passion und der qualvolle Tod am Kreuz; seine „Marter alle“ (wie wir in der Osternacht sangen und heute, am Ende des Ostersonntagsgottesdiensts erneut). Und das gilt im übertragenen Sinne auch für uns. Es gibt keine „Leiter“, die von der Erde, unter Umgehung des Sterbens, direkt in die himmlische Herrlichkeit führt. Wenn wir dies glauben, haben wir unser Leben als Christen verfehlt, unabhängig davon, wie fromm wir zu sein meinen, wie sehr wir uns für den Erhalt unseres Planeten einsetzen, wie engagiert wir uns um unsere MitbürgerInnen, unsere „Nächsten“, kümmern.
So hart es im ersten Moment klingt,
der gesamte Weg Christi ist auch der unsrige,
niemand von uns kommt „am Kreuz vorbei“ zur Erlösung. Doch sobald wir diese Glaubenstatsache annehmen, sie im Osterweg mit „Leib und Seele“ nachempfinden, um sie anschließend unseren „Nächsten“ weiterzugeben, wartet auf uns der Lohn am Ende der Zeiten in Form unserer Aufnahme in die göttliche Herrlichkeit. Deshalb – so die einschneidenden Worte unseres Pfarrers – kann es nicht angehen, dass wir göttliche Erlösung, oder auch das Hoffen und Vertrauen darauf, ausschließlich auf uns persönlich beziehen. Stets ist uns geboten, die gesamte Christenheit zu inkludieren. Erlösung bezieht sich auf uns alle. Das biblische Ostergeschehen war der Anfang der umfassenden Neuschöpfung, ähnlich gewaltig wie Gottes ursprünglicher Schöpfungsakt. Gemäß dem zitierten Korintherbrief Pauli leben wir Christen quasi in einer „Zwischenzeit“, unsere endgültige Rettung, die Rettung der ganzen Welt, erfolgt wie gesagt nicht eher als am Zeitenende, bei der Wiederankunft Christi. Dabei obliegt es laut Paulus allein der göttlichen Allmacht, über die Aufnahme jedes Einzelnen ins himmlische Paradies zu entscheiden, ungeachtet seiner konkreten Religion respektive Gesinnung. Pauli Vision zufolge ist im göttlichen Heilsplan die Verwandlung der Schöpfung in unvergängliche Herrlichkeit von Anbeginn fixe Tatsache. Deren vorletzte Stufe stellt dabei die Vernichtung des Todes als „letzter Feind Gottes“ dar. Aber das allerletzte, äußerste Ziel, das Eschaton, also die Vollendung der Schöpfung, sei erst mit der Unterwerfung des Gottessohnes unter den Vater erreicht, denn Gott sei „alles in allem“. Die strahlend leuchtende Gewissheit der einstigen ewigen Herrlichkeit stellt unser Rettungsanker dar. Darauf dürfen wir jeden Augenblick unseres Lebens hoffen, was auch immer uns beschieden sein mag. Darin besteht die machtvolle Zuversicht des Osterfestes, die uns hilft, alles irdische Leid im unerschütterlichen Vertrauen und Glauben an Gottes Allmacht zu überwinden. Der zweite „Meilenstein“ des Festgottesdienstes, die Feier des gemeinsamen Abendmahls, verlieh jener christlichen Glaubenswahrheit sinnfällige Nahrung.
„Meilenstein“ Nummer 3 bestand im Schlusslied mitsamt Orgelnachspiel. Wie erwähnt handelte es sich bei Ersterem um den altehrwürdigen Lobpreis-„Hymnus“ Christ ist erstanden, den man auch als „Ode an den Trost“ bezeichnen könnte. Die zu den ältesten deutschen Kirchenliedern zählende Osterleise wurde von unserem Kantor an der Orgel im instrumentalen Schlussstück brillant mit Jean Langlais’ (1907-1991) Lumen Christi verwoben. Herrn Bosselmanns phänomenalem Improvisationstalent gelang es so bravourös wie souverän, den „Osterklassiker“ Christ ist erstanden, in welchem die Bedeutung des Osterfestes in drei Liedstrophen verdichtet, aufgezeigt wird, nachfolgend in einen bombastischen Klangteppich zu verweben. Mehr noch, er inszenierte eine furiose Klanglandschaft, die uns die Dramatik der Geschehnisse um Jesu Auferstehung meisterhaft und mit schier überbordendem Impetus sozusagen ins Bewusstsein „peitschte“. Am Ende der atemberaubend grandiosen Darbietung unseres begnadeten Kantors ließ der begeisterte Applaus der ZuhörerInnen keinen Zweifel an der Tatsache, dass allerspätestens an diesem Punkt klar war, was wir am „Lumen Christi“ bejubeln:
Christus, der das Licht der Welt ist, hat den Weg geebnet für unser aller Eingang ins ewige Licht am Ende der Zeiten.
Was könnte diesen „himmlischen“ Erlebnissen die imaginäre „Osterkrone“ besser aufsetzen als die unbeschwert-aufgekratzte Heiterkeit unserer Jüngsten?!
Der Ostermontag
Sie kamen im Ostermontag-Familiengottesdienst zu Wort. „Gottlob“, ist man geneigt, hinzuzufügen, denn die Kids im Kindergarten-Alter demonstrierten wieder einmal, wie sehr die Institution „Kirche“, ohne deren Anwesenheit seelisch zu verarmen droht. Kurz vor Gottesdienstbeginn stürmten die Kleinen unserer Kita-Gruppe ins Gotteshaus. Ein Junge, der etwas schneller rannte als seine Kameradinnen und Kameraden, juchzte laut: „Ganz da vorne ist mein Platz, erste Reihe links!“ Und als sei es das Selbstverständlichste von der Welt, setzte er sich erwartungsvoll in „seine“ Kirchenbank, der Rest der Kinder fand sich mehr oder minder lebhaft neben und hinter ihm ein, gefolgt von ihren Betreuerinnen. In der kindgerechten Begrüßung unseres Pfarrers, versicherte Herr Dr. Mohn (bei herrlichem Sonnenschein) seinen Schützlingen, Jesus sei genauso früh auf den Beinen gewesen wie sie, demnach bereits auferstanden und als leuchtender Lichtstrahl mitten unter uns. Umgehend erklang die Antwort in Form des entzückenden Lieds Immer wieder kommt ein neuer Frühling. Zu den erquickenden Mitbringseln dieser herrlichen Jahreszeit gehören Krokusse, auch Singvögel wie die Meise. Des Weiteren steckt das Häschen sein Näschen aus dem Bau, und die Schlange freut sich schon lange auf ihre neue Haut. Bei jeder Nennung einer Frühlingserrungenschaft hob ein Kind ein selbst bemaltes Fähnchen mit dem entsprechenden Motiv hoch und wedelte damit fröhlich im Takt hin und her. Die liebreizenden kleinen Sängerinnen und Sänger betörten gesanglich wie choreographisch ihr Publikum, vereinzelt wurden verstohlen Tränen der Rührung weggewischt. Im weiteren Gottesdienstverlauf unterstrichen sämtliche gemeinsam gesungenen Lieder den herzerwärmenden jubelnden Frohsinn. Und natürlich durften auch die vielfach gebildete, beinahe gelehrte „Christophorus-Schnecke“ und „Rabe Rudi“ als Handpuppen, gesprochen von Michaela Anderten und Herrn Dr. Mohn, nicht fehlen, die im witzig-informativen Dialog die Predigt ersetzten. Wir lernten, was Ostereier mit unserem Osterfest zu tun haben. Die Frage des zumeist eher unbekümmerten Rudi an seine Schneckenfreundin, ob Ostern denn ein Hasen- und Hühnerfest sei, entlockte vielen Kindern umgehend ein hinreißend bezauberndes Kichern, welches aufzeigt, wie fasziniert sie dem Dialog lauschten. Die Schnecke stellte Rudis Irrtum richtig: Das Ei passt deshalb so gut zu Ostern, weil in der Regel aus ihm am Ende der Brutzeit neues Leben entschlüpft. Nach diesem Geschehen bleibt die leere Hülle zurück.
Auf unser Ostergeschehen übertragen, ist das leere Ei vergleichbar mit dem leeren Grab Christi.
Ferner bekamen wir dargelegt, dass Jesus nach seiner Auferstehung bei Gott im Himmel für immer am Leben bleibt und wir erfuhren, dass Frauen die ersten Menschen waren, die das leere Grab Jesu vorfanden. Sie waren zum Grab gegangen, weil sie Jesu toten Körper beweinen und mit duftenden Ölen zum Zeichen ihrer Liebe ein letztes Mal ehrfürchtig pflegen wollten. Die Schnecke kannte den Bibeltext ziemlich genau und erklärte, dass die Frauen kein bisschen damit gerechnet hatten, ein leeres Grab vorzufinden. Doch genau das war der Fall. Dieser Sachverhalt entsetzte die Frauen sehr. Wie die Schnecke weiter aus der Bibel erzählte, zitterten sie aus Angst vor dem strahlend hellen Engel, der anstelle vom Leichnam am Grab saß. Der Engel aber tat ihnen nichts zuleide. Im Gegenteil – unterrichtete die Schnecke ihren Gesprächspartner Rudi und uns – beruhigte der Engel die Frauen und sagte, es sei alles in bester Ordnung, sie sollten sich doch an die Worte Jesu erinnern, die er vor seiner Kreuzigung sprach. Jesus hatte doch oft betont, dass er am dritten Tag nach seinem Tod auferstehen würde, und die Frauen sowie die Jünger dann nie mehr verlasse. Wenn sie gut aufpassten, würden sie ihn sogar erkennen, wenn er ihnen als Auferstandener erscheine. Die Schnecke wusste noch mehr: Das alles sollten die Frauen den anderen Jüngern und allen Menschen, denen sie noch begegnen würden, weitersagen. Das machten die Frauen und fingen bei den Jüngern an. Die Jünger dachten zuerst, die Frauen hätten den Verstand verloren vor Trauer um Jesus. Dann jedoch wurden sie neugierig. Zwei von ihnen überzeugten sich am leeren Grab, dass die Frauen die Wahrheit gesagt hatten. Kurze Zeit später besuchte der auferstandene Jesus die Jünger und gab ihnen sein Versprechen, sie niemals mehr allein zu lassen. Jesus erteilte den Jüngern den gleichen Auftrag, welchen auch der Engel den Frauen am Grab mitgegeben hatte, nämlich seine Worte, dass er ewig leben und bei den Menschen bleiben würde, allen Leuten weiterzusagen. Dann war die Schnecke mit ihrem Bericht aus der Bibel fertig. Rudi überlegte kurz, nickte und ergänzte, dass wir die Gegenwart Jesu auch heute noch erfahren, zum Beispiel in der Kirche. Während des Gottesdienstes sei Jesus mitten unter uns. Besonders würden wir ihn beim Abendmahl spüren können, wenn wir gemeinsam zum Altar gehen und dort Brot und Wein miteinander teilen, wie Jesus es damals mit seinen Jüngern tat. Das fand die Schnecke super. Rudi nannte auch die Taufe am Taufbrunnen. Er meinte, dabei käme uns Jesus mit dem Wasser der Taufe ganz, ganz nah. Und weil unser Pfarrer jenen Gedanken nicht widersprach, war den Kindern, Frauen und Männern, die zugeschaut und zugehört hatten, klar, dass die beiden herzigen Handpuppen in allem recht hatten. Zur Bestätigung sangen wir das Lied Unser Leben sei ein Fest. Im Anschluss an den fröhlichen und kurzweiligen Gottesdienst flitzten die Kinder eifrig im Kirchgarten umher, um die zum Teil raffiniert versteckten Ostertüten zu entdecken. Tatsächlich konnte am Ende jedes Kind, mit einer liebevoll bestückten und österlich dekorierten Tüte in Händen, vergnügt den Heimweg antreten. Abschließend sei mir ein kurzer Blick auf die Titelzeile des diesjährigen Osterartikels gestattet.
Die oben beschriebenen Ostergottesdienste haben mich maximal erfüllt, sowohl inhaltlich als auch formal, inklusive ihrer musikalischen Begleitung der Extraklasse. Infolgedessen bin ich unbeschreiblich dankbar, sie miterlebt zu haben. Basierend auf diesen vielfältigen Erfahrungen, möchte ich die „oder“-Verbindung meiner Headline, die bekanntlich eine Alternative ausdrückt, in der Nachbetrachtung durch die Konjunktion „und“ ersetzt wissen. Nicht zuletzt hinsichtlich meiner eingangs erwähnten Bekannten, die nach ihrem „Geständnis“, aktive Christin zu sein, in ihrem Job nichts mehr zu lachen hatte und schließlich kapitulierte.
Unser Osterweg 2026 ist womöglich mehr denn je eine Zumutung, die einem gegebenenfalls viel abverlangt und entsprechend belastend sein kann. Nichtsdestotrotz stellt er gleichzeitig die erlösende Hoffnung schlechthin dar. Deshalb ist es für mich keine Frage mehr, was ich der jungen Frau bei unserem kommenden Zusammentreffen sagen werde:
Ihr freimütiges Ja zu unserem wunderbaren Glauben war das einzig Richtige,
ungeachtet der schlimmen Konsequenzen an ihrem Arbeitsplatz. Darüber hinaus werde ich alles daransetzen, ihr begreiflich zu machen, nicht mehr voll Bitterkeit über den unfreiwilligen Wechsel ihrer Arbeitsstelle nachzudenken. Denn angesichts der unendlichen Liebe Gottes zu uns, verbietet sich ein Bereuen unseres öffentlichen Glaubensbekenntnisses von selbst. Wer diesbezüglich zu wanken droht, findet nicht zuletzt in der Gemeinschaft der Glaubensschwestern und - brüder sowie allsonntäglich im Gottesdienst sicheren Halt. Derart gestärkt, dürfte meine Bekannte gewiss ihre neue Jobsituation nach und nach als Chance erfassen, sich mit frischem Elan und der ihr eigenen warmherzigen Güte, das Wohlwollen der neuen Kolleginnen und Kollegen zu erwerben.
Der Ostermontag
Sie kamen im Ostermontag-Familiengottesdienst zu Wort. „Gottlob“, ist man geneigt, hinzuzufügen, denn die Kids im Kindergarten-Alter demonstrierten wieder einmal, wie sehr die Institution „Kirche“, ohne deren Anwesenheit seelisch zu verarmen droht. Kurz vor Gottesdienstbeginn stürmten die Kleinen unserer Kita-Gruppe ins Gotteshaus. Ein Junge, der etwas schneller rannte als seine Kameradinnen und Kameraden, juchzte laut: „Ganz da vorne ist mein Platz, erste Reihe links!“ Und als sei es das Selbstverständlichste von der Welt, setzte er sich erwartungsvoll in „seine“ Kirchenbank, der Rest der Kinder fand sich mehr oder minder lebhaft neben und hinter ihm ein, gefolgt von ihren Betreuerinnen. In der kindgerechten Begrüßung unseres Pfarrers, versicherte Herr Dr. Mohn (bei herrlichem Sonnenschein) seinen Schützlingen, Jesus sei genauso früh auf den Beinen gewesen wie sie, demnach bereits auferstanden und als leuchtender Lichtstrahl mitten unter uns. Umgehend erklang die Antwort in Form des entzückenden Lieds Immer wieder kommt ein neuer Frühling. Zu den erquickenden Mitbringseln dieser herrlichen Jahreszeit gehören Krokusse, auch Singvögel wie die Meise. Des Weiteren steckt das Häschen sein Näschen aus dem Bau, und die Schlange freut sich schon lange auf ihre neue Haut. Bei jeder Nennung einer Frühlingserrungenschaft hob ein Kind ein selbst bemaltes Fähnchen mit dem entsprechenden Motiv hoch und wedelte damit fröhlich im Takt hin und her. Die liebreizenden kleinen Sängerinnen und Sänger betörten gesanglich wie choreographisch ihr Publikum, vereinzelt wurden verstohlen Tränen der Rührung weggewischt. Im weiteren Gottesdienstverlauf unterstrichen sämtliche gemeinsam gesungenen Lieder den herzerwärmenden jubelnden Frohsinn. Und natürlich durften auch die vielfach gebildete, beinahe gelehrte „Christophorus-Schnecke“ und „Rabe Rudi“ als Handpuppen, gesprochen von Michaela Anderten und Herrn Dr. Mohn, nicht fehlen, die im witzig-informativen Dialog die Predigt ersetzten. Wir lernten, was Ostereier mit unserem Osterfest zu tun haben. Die Frage des zumeist eher unbekümmerten Rudi an seine Schneckenfreundin, ob Ostern denn ein Hasen- und Hühnerfest sei, entlockte vielen Kindern umgehend ein hinreißend bezauberndes Kichern, welches aufzeigt, wie fasziniert sie dem Dialog lauschten. Die Schnecke stellte Rudis Irrtum richtig: Das Ei passt deshalb so gut zu Ostern, weil in der Regel aus ihm am Ende der Brutzeit neues Leben entschlüpft. Nach diesem Geschehen bleibt die leere Hülle zurück.
Auf unser Ostergeschehen übertragen, ist das leere Ei vergleichbar mit dem leeren Grab Christi.
Ferner bekamen wir dargelegt, dass Jesus nach seiner Auferstehung bei Gott im Himmel für immer am Leben bleibt und wir erfuhren, dass Frauen die ersten Menschen waren, die das leere Grab Jesu vorfanden. Sie waren zum Grab gegangen, weil sie Jesu toten Körper beweinen und mit duftenden Ölen zum Zeichen ihrer Liebe ein letztes Mal ehrfürchtig pflegen wollten. Die Schnecke kannte den Bibeltext ziemlich genau und erklärte, dass die Frauen kein bisschen damit gerechnet hatten, ein leeres Grab vorzufinden. Doch genau das war der Fall. Dieser Sachverhalt entsetzte die Frauen sehr. Wie die Schnecke weiter aus der Bibel erzählte, zitterten sie aus Angst vor dem strahlend hellen Engel, der anstelle vom Leichnam am Grab saß. Der Engel aber tat ihnen nichts zuleide. Im Gegenteil – unterrichtete die Schnecke ihren Gesprächspartner Rudi und uns – beruhigte der Engel die Frauen und sagte, es sei alles in bester Ordnung, sie sollten sich doch an die Worte Jesu erinnern, die er vor seiner Kreuzigung sprach. Jesus hatte doch oft betont, dass er am dritten Tag nach seinem Tod auferstehen würde, und die Frauen sowie die Jünger dann nie mehr verlasse. Wenn sie gut aufpassten, würden sie ihn sogar erkennen, wenn er ihnen als Auferstandener erscheine. Die Schnecke wusste noch mehr: Das alles sollten die Frauen den anderen Jüngern und allen Menschen, denen sie noch begegnen würden, weitersagen. Das machten die Frauen und fingen bei den Jüngern an. Die Jünger dachten zuerst, die Frauen hätten den Verstand verloren vor Trauer um Jesus. Dann jedoch wurden sie neugierig. Zwei von ihnen überzeugten sich am leeren Grab, dass die Frauen die Wahrheit gesagt hatten. Kurze Zeit später besuchte der auferstandene Jesus die Jünger und gab ihnen sein Versprechen, sie niemals mehr allein zu lassen. Jesus erteilte den Jüngern den gleichen Auftrag, welchen auch der Engel den Frauen am Grab mitgegeben hatte, nämlich seine Worte, dass er ewig leben und bei den Menschen bleiben würde, allen Leuten weiterzusagen. Dann war die Schnecke mit ihrem Bericht aus der Bibel fertig. Rudi überlegte kurz, nickte und ergänzte, dass wir die Gegenwart Jesu auch heute noch erfahren, zum Beispiel in der Kirche. Während des Gottesdienstes sei Jesus mitten unter uns. Besonders würden wir ihn beim Abendmahl spüren können, wenn wir gemeinsam zum Altar gehen und dort Brot und Wein miteinander teilen, wie Jesus es damals mit seinen Jüngern tat. Das fand die Schnecke super. Rudi nannte auch die Taufe am Taufbrunnen. Er meinte, dabei käme uns Jesus mit dem Wasser der Taufe ganz, ganz nah. Und weil unser Pfarrer jenen Gedanken nicht widersprach, war den Kindern, Frauen und Männern, die zugeschaut und zugehört hatten, klar, dass die beiden herzigen Handpuppen in allem recht hatten. Zur Bestätigung sangen wir das Lied Unser Leben sei ein Fest. Im Anschluss an den fröhlichen und kurzweiligen Gottesdienst flitzten die Kinder eifrig im Kirchgarten umher, um die zum Teil raffiniert versteckten Ostertüten zu entdecken. Tatsächlich konnte am Ende jedes Kind, mit einer liebevoll bestückten und österlich dekorierten Tüte in Händen, vergnügt den Heimweg antreten. Abschließend sei mir ein kurzer Blick auf die Titelzeile des diesjährigen Osterartikels gestattet.
Die oben beschriebenen Ostergottesdienste haben mich maximal erfüllt, sowohl inhaltlich als auch formal, inklusive ihrer musikalischen Begleitung der Extraklasse. Infolgedessen bin ich unbeschreiblich dankbar, sie miterlebt zu haben. Basierend auf diesen vielfältigen Erfahrungen, möchte ich die „oder“-Verbindung meiner Headline, die bekanntlich eine Alternative ausdrückt, in der Nachbetrachtung durch die Konjunktion „und“ ersetzt wissen. Nicht zuletzt hinsichtlich meiner eingangs erwähnten Bekannten, die nach ihrem „Geständnis“, aktive Christin zu sein, in ihrem Job nichts mehr zu lachen hatte und schließlich kapitulierte.
Unser Osterweg 2026 ist womöglich mehr denn je eine Zumutung, die einem gegebenenfalls viel abverlangt und entsprechend belastend sein kann. Nichtsdestotrotz stellt er gleichzeitig die erlösende Hoffnung schlechthin dar. Deshalb ist es für mich keine Frage mehr, was ich der jungen Frau bei unserem kommenden Zusammentreffen sagen werde:
Ihr freimütiges Ja zu unserem wunderbaren Glauben war das einzig Richtige,
ungeachtet der schlimmen Konsequenzen an ihrem Arbeitsplatz. Darüber hinaus werde ich alles daransetzen, ihr begreiflich zu machen, nicht mehr voll Bitterkeit über den unfreiwilligen Wechsel ihrer Arbeitsstelle nachzudenken. Denn angesichts der unendlichen Liebe Gottes zu uns, verbietet sich ein Bereuen unseres öffentlichen Glaubensbekenntnisses von selbst. Wer diesbezüglich zu wanken droht, findet nicht zuletzt in der Gemeinschaft der Glaubensschwestern und - brüder sowie allsonntäglich im Gottesdienst sicheren Halt. Derart gestärkt, dürfte meine Bekannte gewiss ihre neue Jobsituation nach und nach als Chance erfassen, sich mit frischem Elan und der ihr eigenen warmherzigen Güte, das Wohlwollen der neuen Kolleginnen und Kollegen zu erwerben.






