Wir sind für Sie da 0611 22350
Gott und der Mammon
Felix Nmecha und die Frage nach der Nachfolge Jesu im Profifußball
Felix Nmecha gehört zu den wenigen deutschen Profifußballern, die ihren christlichen Glauben öffentlich und ohne Scheu bekennen. In Interviews und über soziale Medien verweist der Nationalspieler immer wieder darauf, dass Jesus Christus der Mittelpunkt seines Lebens sei. Nach Toren dankt er Gott, spricht über die Bibel und macht deutlich, dass er seinen Glauben nicht als Privatsache versteht.
Als Christen können wir uns eigentlich darüber freuen, dass es endlich einmal einen deutschen Fußball-Nationalspieler gibt, der dieses öffentliche Zeugnis gibt. Denn in einer Gesellschaft, in der der Glaube oft ins Private verdrängt wird, braucht es Menschen, die sich offen zu Jesus Christus bekennen. Es ist ermutigend, wenn bekannte Persönlichkeiten deutlich machen, dass ihr Wert nicht allein von sportlichem Erfolg abhängt.
Doch gerade dieses öffentliche Glaubenszeugnis und insbesondere Felix Nmechas nach dem Spiel gegen Curacao getätigte Aussage, er glaube, dass „Jesus durch das Spiel verherrlicht werde“ wirft auch eine weitergehende Frage auf: Kann das System des modernen Profifußballs überhaupt mit dem Evangelium vereinbar sein?
Nicht der Mensch, sondern das System
Diese Frage richtet sich ausdrücklich nicht gegen Felix Nmecha als Person. Niemand außer Gott kennt das Herz eines Menschen. Christen sollten deshalb vorsichtig sein, über den Glauben anderer zu urteilen. Dennoch dürfen und müssen wir gesellschaftliche Systeme am Maßstab des Evangeliums messen. Und genau hier entstehen erhebliche Spannungen. Der Profifußball unserer Zeit ist längst nicht mehr nur Sport. Er ist ein milliardenschweres Geschäft. Vereine sind mittlerweile Wirtschaftsunternehmen, Spieler haben Marktwerte und werden auf Märtken wie Waren gehandelt. Einschaltquoten, Werbeverträge und Sponsoren prägen den Alltag ebenso wie sportliche Leistungen. Erfolg ist die eigentliche Währung.
Jesus spricht dagegen in der Bergpredigt einen Satz, der bis heute provoziert:
„Niemand kann zwei Herren dienen ... Ihr könnt nicht Gott dienen und dem Mammon.“ (Matthäus 6,24)
Mammon bedeutet dabei weit mehr als Geld. Er steht für die Macht des Besitzes, des Erfolgs, der Anerkennung und der materiellen Sicherheit – für alles, was den Platz Gottes im Herzen eines Menschen einnehmen will. Gerade deshalb stellt sich die Frage, ob der moderne Profifußball nicht vielfach genau diesem Mammon dient. Millionengehälter, astronomische Ablösesummen und immer neue Vermarktungsstrategien prägen den Sport. Spieler stehen unter ständigem Leistungsdruck. Ihr Marktwert entscheidet oft über ihren gesellschaftlichen Status. Siege bringen Ruhm, Niederlagen führen schnell zu öffentlicher Kritik oder gar Verachtung. So mancher Spieler bricht unter dem Druck dieses unbarmherzigen Systems zusammen - wie einst eines der größten Talente, das der deutsche Fußball je hervorgebracht hat: Sebastian Deisler.
Das Evangelium zeichnet dagegen ein völlig anderes Bild vom Menschen. Sein Wert hängt nicht von seiner Leistung ab, sondern davon, dass er von Gott geliebt und geschaffen ist.
Erfolg oder Nachfolge?
Jesus ruft seine Jünger nicht zum Erfolg auf, sondern zur Nachfolge.
Er spricht von Demut statt Selbstinszenierung.
Von Dienen statt Herrschen.
Von Genügsamkeit statt immer größerem Gewinn.
Von der Bereitschaft, täglich das Kreuz auf sich zu nehmen, statt sich selbst zu verwirklichen.
Der Profifußball hingegen lebt zwangsläufig von Konkurrenz. Immer höher, immer schneller, immer erfolgreicher – dieses Prinzip ist tief in seiner Struktur verankert. Wer auf dem Platz nicht genügend Leistung bringt, wird ersetzt.
Natürlich gilt Leistungsbereitschaft auch im christlichen Leben als etwas Gutes. Die Bibel fordert dazu auf, die anvertrauten Talente zu mehren und verantwortungsvoll einzusetzen. Problematisch wird es jedoch dort, wo Erfolg zur höchsten Instanz wird und wirtschaftliche Interessen alle anderen Maßstäbe bestimmen.
Kann ein Christ Profifußballer sein?
Diese Frage lässt sich nicht pauschal beantworten. Die Bibel verbietet weder Sport noch beruflichen Erfolg. Auch Wohlstand wird nicht grundsätzlich verurteilt. Entscheidend ist vielmehr die Frage nach der Herrschaft im Herzen eines Menschen. Dennoch bleibt die Spannung bestehen. Wer in einem System arbeitet, das vorrangig von Geld, Erfolg und öffentlichem Ruhm geprägt ist, bewegt sich in einem Umfeld, das viele Versuchungen mit sich bringt. Jesus selbst spricht sehr eindrücklich davon, wie schwer es einem Reichen ins Himmelreich einzugehen. Gerade deshalb ist ein christliches Zeugnis im Profifußball ebenso wichtig wie herausfordernd.
Eine Herausforderung auch für uns
Vielleicht liegt die eigentliche Botschaft von Felix Nmechas Glaubenszeugnis deshalb gar nicht zuerst darin, dass ein Nationalspieler Christ ist. Vielmehr fordert sein Beispiel auch uns heraus, unser eigenes Leben zu prüfen. Denn der Mammon begegnet uns nicht nur im Profisport. Auch wir können Erfolg, Karriere, Besitz oder gesellschaftliche Anerkennung zum Mittelpunkt unseres Lebens machen. Nicht jeder verdient Millionen – aber jeder Mensch läuft Gefahr, etwas anderes an die Stelle Gottes zu setzen. Die entscheidende Frage lautet deshalb nicht nur, ob der Profifußball dem Evangelium entspricht.
Die entscheidende Frage lautet: Wem dienen wir?
Jesus ruft seine Nachfolger dazu auf, zuerst nach dem Reich Gottes zu trachten. Alles andere – Geld, Erfolg, Ansehen oder Karriere – muss diesem Ziel untergeordnet bleiben.
Daran muss sich auch der moderne Profifußball messen lassen. Und an diesem Maßstab wird deutlich, dass viele seiner Strukturen in einem tiefen Spannungsverhältnis zur Botschaft des Evangeliums stehen. Umso bemerkenswerter ist es, wenn Christen wie Felix Nmecha ihren Glauben gerade in diesem Umfeld sichtbar leben. Ihr Zeugnis verdient Respekt – auch wenn das System, in dem sie stehen, aus christlicher Sicht kritisch hinterfragt werden muss.
Der deutsche Fußball-Nationalspieler Felix Nmecha sorgte, zusammen mit seinem Nationalmannschaftskollegen Jonathan Tah, für Aufsehen, als er nach dem Spiel gegen Curacao gemeinsam mit den Spielern der gegnerischen Mannschaft betete.
- 120 Jahre Dietrich Bonhoeffer
- 365 Tage mit der Bibel
- 500 Jahre Gesangbuch
- 67. Aktion Brot für die Welt
- 7 Wochen ohne
- Auf dem Weg zum Nachbarschaftsraum „Wiesbaden-Rheingau“
- Die Evangelische Hochschule Hessen
- Die größte Bibelseite der Welt
- ekhn2030
- Ev. Kirche veröffentlicht Mitgliedszahlen für 2025
- Exodus90
- Gebet von Felix Nmecha
- Friedensgebet zur Lage in Nahost
- Geh aus mein Herz und suche Freud
- Gemeindebriefausträger gesucht
- Großer Gott, wir loben dich
- Heinz Leukel gestorben
- Im Gedenken an Stefanie Palme-Becker
- Nachruf Petra Müller
- Nachfruf Pfarrer Hagen Seufert
- Paulus. Das Bild eines Apostels.
- Pfingstsequenz
- Ökumene live im Radio
- Ökumenisches Friedensgebet 2026
- Katzensteingässchen
- Neues aus der Kita
- Schwanger mit Segen
- Spendenkonto Kirchlicher Sozialdienst
- Sternsinger 2026
- Möge die Straße
- Ukraine-Hilfe
- Valentinstag
- Von guten Mächten
- Wer nur den lieben Gott lässt walten


