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Nach dem WM-Auftaktspiel der deutschen Mannschaft haben Vertreter von evangelischer und katholischer Kirche das Gebet von Nationalspieler Felix Nmecha mit Spielern der gegnerischen Mannschaft aus Curaçao als verbindendes Zeichen begrüßt.
"Ich finde es ein starkes Zeichen, wenn Spieler unterschiedlicher Mannschaften miteinander beten können und so ein Zeichen dafür setzen, dass es auch im Spiel Wichtigeres gibt als das Gegnersein", sagt der Präses der Evangelische Kirche im Rheinland, Thorsten Latzel, dem Evangelischer Pressedienst (epd).
Der Projektleiter der katholischen BVB-Gründerkirche in Dortmund, Stefan Magh, bezeichnet die Aktion als "sehr unterstützenswerte Geste". Der 25-jährige Nmecha, der bei Borussia Dortmund unter Vertrag steht, hatte nach dem ersten WM-Spiel der deutschen Nationalelf am Sonntagabend gemeinsam mit Jonathan Tah und Spielern aus Curaçao auf dem Spielfeld einen Kreis gebildet.
Im ARD-Interview sagte er, zwar seien sie im Spiel Gegner "und dann nach dem Spiel sind wir alle Christen, und wir sind Brüder." Deshalb habe man zusammen gebetet. Er glaube, "dass Jesus verherrlicht wird durch das Spiel".
Religiöse Gesten im Sport nichts Neues
Der epd hat nachgefragt, was Kirchenvertreter dazu sagen und welche Bedeutung religiöse Gesten im Sport haben. Für Magh steht fest: Angesichts von viel Zerrissenheit in der Gesellschaft sei dies eine "ganz starke Botschaft", Menschen mit unterschiedlichen Trikots gemeinsam beten zu sehen. Das finde er wichtig, "am besten sogar interreligiös".
Religiöse Gesten seien im Sport nichts Neues. Doch er beobachte, dass insgesamt in der Gesellschaft mehr Positionierung erwartet werde. Das könne sich auch auf den Sport auswirken, sagt er. Latzel betonte, es gehöre zur Religionsfreiheit, "dass Menschen ihren Glauben leben können, und das gilt auch im Sport." Er freue sich sehr, wenn Glaube dazu beitrage, dass Menschen einander in Unterschiedlichkeit und Vielfalt begegnen können.
"Genau dieses Miteinander und Verbindende sollte bei dieser WM noch viel stärker gelebt werden", sagt der evangelische Theologe, der auch Sportbeauftragter der Evangelische Kirche in Deutschland (EKD) ist.
Nmecha war in den vergangenen Jahren wegen Äußerungen im Zusammenhang mit seinem christlichen Glauben aber auch kritisiert worden. Einige BVB-Fans warfen ihm wegen eines Social-Media-Posts etwa Homophobie vor. Nmecha hatte das zurückgewiesen. Der 25-Jährige tritt zudem auf Social-Media-Plattformen immer wieder im Zusammenhang mit dem evangelikalen Netzwerk "Ballers in God" in Erscheinung.
Magh sagt, er kenne Nmecha nicht persönlich und könne nicht beurteilen, was er mit seinen Social-Media-Posts sagen wolle. Aber er würde sich freuen, mit ihm zu sprechen. Die Gründerkirche sei für alle Menschen offen. Ausgrenzung habe hier keinen Platz.
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